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10 Gründe, warum wir jetzt Nähen lernen

Von GRAZIA Deutschland am Mittwoch, 26. Oktober 2016 um 14:46 Uhr

Nähen ist TOLL! Und weil die neue Saison ins Haus steht und wir dringend neue Kleider brauchen ist es genau jetzt Zeit, ein neues Hobby anzufangen - Nähen!

Der Herbst ist da und mit ihm der Wunsch nach neuen Klamotten, kuscheligen Pullis, schicken Mänteln und unkomplizierten Cardigans. Warum nicht einfach selber nähen? Das scheußliche Wetter draußen zwingt ohnehin zum drinnen bleiben und kreativ zu werden ist genau die richtige Ablenkung, um dem Herbstblues zu trotzen. Beim Zuschneiden, Stecken und Nähen vergessen wir dann die Zeit und wenn wir schließlich fertig sind, sind wir einfach nur stolz auf das neue Teil, was ganz It-Piece mäßig daher kommt und genau unseren Vorstellungen entspricht. Immer noch nicht überzeugt? Dann kommen hier zehn Gründe, warum Nähen so cool ist und auch zu deinem neuen Lieblings-Hobby werden sollte.

1. Weil die eigenen Vorstellungen zu genau sind

Das hat bestimmt jeder schon einmal gehabt: Ein neuer Mantel muss her. Camel-Farben, aber nicht zu beige und nicht zu braun, die Taschen sollen seitlich angesetzt und ohne Schnickschnack, Knöpfe oder Laschen sein – ganz schlicht eben. Lange Ärmel und auch sonst ein ganz einfacher Schnitt. Und dann beim Stöbern in den Läden gibt es kein Modell, was diesen Vorstellungen entspräche. Hier sind die Knöpfe zu groß, da die Farbe falsch und bei dem anderen die Länge nicht richtig. Und auch das Kleid ist vorne viel zu weit und hinten irgendwie sackartig, weil keine Größe dem eigenen Körper entspricht. Ziemlich frustrierend.

Die Lösung: Selber Nähen! Denn das Teil ist hinterher genauso, wie es in der Vorstellung existiert und zum Körper passt. Weil alles angepasst werden kann, ist es auch kein Problem, wenn das Schnittmuster eigentlich was anderes vorgibt. V-Ausschnitt statt Rundhals-Ausschnitt, weil es besser zum eigenen Körper passt und die Vorzüge betont? Kein Problem! Länge, Taschen, Knöpfe, Stoffe, Ausschnitt…all das kann exakt den eigenen Vorstellungen entsprechend ausgewählt werden, so dass am Ende der ganz eigene Traum-Mantel entsteht. Und das ist doch viel besser als faule Kompromisse einzugehen und ständig über die blöden Knöpfe zu meckern.

 

2. Weil es Spaß macht

Die meisten sitzen den ganzen Tag am Schreibtisch und tippen vor sich hin. Hier ein Telefonat, hier eine E-Mail, da ein Meeting. Am Ende des Tages ist die To-Do-Liste zumindest zur Hälfte abgearbeitet und eben Feierabend, weil die Stundenzahl erfüllt wurde. Irgendwie unbefriedigend.

Beim Nähen ist das anders. Denn wenn dabei die Arbeit getan ist, ist etwas geschafft – aus zwei Metern Stoff ist ein Kleidungsstück geworden, das passt, richtig schick aussieht und mit den eigenen Händen geschaffen wurde. Auch David Beckham sieht das sicherlich so, wenn er für seine Tochter näht. Das Gefühl, etwas geschafft zu haben, ist mindestens so befriedigend wie ein richtig gutes Workout. Und das Ergebnis bleibt – Saison für Saison. Diese Abwechslung zum Alltags-Geschäft, in dem nicht entsteht und nichts Sichtbares geschaffen wird, ist einfach toll und bringt so viel Spaß, dass es direkt zum nächsten Kleidungsstück motiviert.

3. Weil es stolz macht

Apropos etwas geschafft zu haben: Das macht nicht nur Spaß, sondern auch richtig stolz. Denn das Teil sitzt nicht nur wie auf den Leib geschneidert, sondern sieht genau so aus, wie in der eigenen Vorstellung. Nun gut, vielleicht sitzt nicht jeder Stich perfekt, aber außer dem selbstkritischen Auge bemerkt solch kleine Sachen niemand und alle anderen sehen nur einen schicken Mantel – und auf das Kompliment „Schöner Mantel!“ sagen wir ganz lässig „Selbstgemacht.“ Für das Staunen der Freunde lohnt sich die Arbeit gleich doppelt und die eigene Zufriedenheit steigt ins unermessliche mit der schicken, selbstgemachten Outerwear.

4. Weil es so persönlich ist

Bei dem äußerst frustrierenden Shopping Erlebnis wurde ja schon klar: Das gewünschte Teil gibt es einfach nicht. Dass es schließlich doch im Schrank hängt, ist der eigenen Nähkunst zu verdanken – und das hat noch einen weiteren Vorteil: Denn das, was kein Geschäft hat, kann auch kein anderer haben. Somit hängt das neue Lieblingsstück nur im eigenen Kleiderschrank – ein riesen Vorteil, denn wie oft kommt es zu Doppelsichtungen des eigenen Kleidungsstück. Das ist oft schade und deshalb: Mehr Individualismus und Persönlichkeit durch selbst genähte Mode!

Außerdem freut sich bestimmt auch die ein oder andere Freundin über ein selbst genähtes Stück. Denn wer einmal gelernt hat zu nähen, kann einfach Teile ruckzuck selbst zaubern, so dass das nächste Mitbringsel bestimmt was selbst Genähtes ist. Ganz persönlich und von Herzen schenkt es sich schließlich am besten.

Etwas Selbstgenähtes zu verschenken ist sehr persönlich und drückt besondere Wertschätzung aus – das werden auch die Freunde zu schätzen wissen!

5. Weil Kleidung wertig wird

Das T-Shirt für 4,95 €, der Cardigan für 14,95 € und die neue Jeans für 29,95 €. Ganz schön günstig – und wenn es im nächsten Waschgang kaputt geht, ist das auch gar nicht schlimm. Aber Hand aufs Herz – muss das sein? Schließlich wäre ein Designer Teil auch nichts, was einfach ungeachtet in der Ecke landet? Diese Wegwerf-Mentalität hat für Müllberge gesorgt und dafür, dass wir mit unserer Kleidung nicht mehr so sorgfältig umgehen, wie wir sollten.

Das ist schade – aber es gibt etwas dagegen. Wenn die Kleidungsstücke im Schrank nämlich künftig selbst genäht sind, landen sie sicherlich nicht einfach so bei 60°C in der Wäsche, wenn der Stoff das nicht aushält. Auch die Hände werden nicht einfach dran abgewischt und bestimmt wird es nicht weg geschmissen, nur weil eine Naht aufgeht. Wenn die eigene Zeit in etwas investiert wurde, ist es gleich viel wertvoller und macht Kleidung wieder zu einem wertgeschätzten Begleiter – das, was es eben sein soll.

6. Weil es so viele Anleitungen gibt

Nähen ist gar nicht so schwer – das wichtigste ist der Schnitt, das Umdenken können und das sorgfältige Arbeiten. Wie dabei alles von Statten geht, ist auf ganz vielen Internetseiten und Blogs nachzulesen. Auch Zeitschriften, die sich nur mit dem Thema „Nähen“ auseinander setzen gibt es – die BURDA bringt jeden Monat neue Schnittmuster-Kollektionen heraus, so dass der Einstieg wirklich nicht schwer fällt. Außerdem gibt es in der Stadt bestimmt einen Nähkurs oder eine gute Freundin im Freundeskreis, die an ein paar Abenden helfen kann, den Weg zum richtigen Arbeiten zu finden. Begeisterte Schneiderinnen teilen gerne ihr Hobby und ihre Schnittmuster, so dass es gar nicht so schwer ist, das Ziel vom eigenen Kleidungsstück wirklich zu erreichen. Und wenn nicht: In den Weiten des Internets finden sich tausende von Näh-Blogs und YouTube-Tutorials, die helfen und dazu inspirieren, einfach loszulegen.

7. Weil es günstig ist

Okay, vielleicht nicht so günstig wie 4,95 € Top. Aber: Die Kleidung ist wertiger, selbst gemacht und genau so, wie sie sein soll. Da muss kein Designer Teil mehr her und auch die Maßschneiderin nicht mehr bemüht werden, wenn die Hose gekürzt werden muss. So kommt es vielleicht, dass die Erstausstattung etwas teurer ist und auch der Wunsch-Stoff nicht ganz so günstig ist, wie das fertig genähte Teil beim Discounter. Aber am Ende wird genau das daraus, was wir uns vorgestellt haben. Und weil das neue Kleidungsstück etwas ganz Besonderes ist, wird es auch jahrelang getragen, statt nach einer Saison aussortiert – und so ist selbst nähen am Ende doch günstiger, als den Schrank voll Kleidung zu hängen, die am Ende nicht hundertprozentig das ist, was sie sein soll.

8. Weil es immer weiter geht

Der erste Rock war schnell genäht und auch die ersten Oberteile klappen wie von selbst. Und jetzt? Na, weiter gemacht! Denn ein Jackett ist ganz schön kompliziert zu nähen und ein raffiniertes Kleid ist ebenfalls eine echte Herausforderung. Sich Schritt für Schritt weiter zu entwickeln, ist beim Nähen ohne Probleme möglich, so dass auch nach ein paar Jahren das Hobby noch nicht ausgeschöpft ist – es geht immer weiter und bleibt spannend.

9. Weil es eine echte Herausforderung ist

Na gut, jetzt mal ganz ehrlich: Tatsächlich ist es nur selten der Fall, dass von Anfang an alles reibungslos klappt. Ein paar Stücke müssen schon sein, bevor schließlich jeder Nadelstich sitzt und am Ende alles perfekt passt. Und genau diese Herausforderung lieben wir dabei. Genauso wie beim Sport – immer besser werden führt zu neuen Höhenflügen und macht richtig stolz. Wenn die Herausforderung dann schließlich gemeistert ist, ist es umso besser. Denn die vielen Stunden Arbeit und Verzweiflung zahlen sich am Ende aus – Komplimente voraus!

Das eigene Hochzeitskleid zu nähen? Eine riesen Herausforderung! Aber mit stetiger Übung vielleicht irgendwann möglich.

10. Weil alles möglich ist

Dein Stil ist so richtig individuell und du wolltest schon immer ein Patchwork Kleid haben? Du hättest gerne einen grauen Pullover mit U-Boot Ausschnitt und kurzen Ärmeln? Der Mantel soll kurz statt lang sein? Kein Problem! Die Kunst mit Nadel und Faden etwas zu schaffen, erschafft unendliche Möglichkeiten. Dabei auch selbst kreativ zu werden und am Ende selbst zu entwerfen, einen Schnitt zu konstruieren und schließlich das Kleidungsstück zu fertigen, ist eine tolle Möglichkeit, die eigenen Vorstellungen bis ins letzte Detail zu verwirklichen. Diese unendliche Fülle an Möglichkeiten, den eigenen Stil zu tragen und nach außen zu zeigen, ist genau das, was uns am Nähen so reizt und es so besonders macht. Immer neu, immer anders – und immer so wie DU es eben möchtest. Also los geht’s – ran an die Nadel!

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