Interview

Diese Parfum-Neuheit vereint die unterschiedlichsten Duftnoten so gut wie kein anderes

Es passiert selten, dass uns ein Duft beim ersten Testen so sprachlos macht. Aber bei dieser Neuheit wird sofort klar, dass mit Ferry Hansen jemand am Werk war, der die Regeln der Parfümerie nicht nur kennt, sondern sie ganz neu aufgerollt ...

Diese Parfum-Neuheit vereint die unterschiedlichsten Duftnoten so gut wie kein anderes© PR
Vergesst alles, was ihr über klassische Duftverläufe wisst. Wir haben eine Neuheit entdeckt, bei der die Noten so meisterhaft ineinandergreifen, dass ihr euch nicht mehr zwischen Frische und Tiefe entscheiden müsst.

Kennt ihr das? Ihr testet im Laden ein Parfum, seid schockverliebt in den ersten Moment – und kaum seid ihr zu Hause, ist der Zauber verflogen, weil die Kopfnote längst verdampft ist. Ferry Hansen wollte sich damit nicht mehr abfinden. Nach über zwei Jahrzehnten als Beauty Director hat er die Seiten gewechselt. Während eines Sabbaticals hinterfragte er alles, was er über die Branche wusste, und erschuf mit No.1 einen Duft, der stolze 90 Inhaltsstoffe zu einer harmonischen Einheit verschmilzt.

Schon beim ersten Testen dieser Parfum-Neuheit wurde auch uns klar: Hier erwartet euch kein flüchtiger Moment, sondern eine echte Ansage. Die Duftnoten verschmelzen so gekonnt, dass das Versprechen von kompromissloser Qualität sofort spürbar wird – ein Duft, der nicht nach Minuten verraucht, sondern euch mit beeindruckender Ausdauer durch den Tag begleitet.

Wir haben mit ihm darüber gesprochen, warum er die klassische Duftpyramide gestürzt hat und wie ihr euch das Gefühl vorstellen könnt, das sein Werk auf eurer Haut hinterlässt.

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Im Interview
Ferry Hansen

Was es mit dem Parfum auf sich hat, und warum die Duftnoten nicht verfliegen, hat uns Ferry Hansen erklärt.

Ferry Hansen über sein ganz eigenes Parfum

Grazia: Wenn du deinen Duft in nur drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Ferry Hansen: Floriental. Opulent. Addictive.

Was war der entscheidende Moment während deines Sabbaticals, in dem du wusstest: Ich muss jetzt meinen eigenen Duft erschaffen?

Ich wollte verstehen, wie Parfum wirklich entsteht – jenseits von Marketingbegriffen und klassischen Strukturen. Obwohl ich die Branche seit über 20 Jahren kenne, habe ich dort angefangen, Dinge grundlegend zu hinterfragen. Ein zentraler Punkt war für mich die klassische Duftpyramide. Die Idee, dass eine Kopfnote den ersten Eindruck bestimmt, aber nach wenigen Minuten verschwindet, hat für mich keinen Sinn ergeben. Warum basiert eine Kaufentscheidung oft auf etwas, das nur zehn oder fünfzehn Minuten existiert?

Im Labor wurde ich dann vor die Aufgabe gestellt, aus dem Gelernten eine eigene Formel zu entwickeln. Und genau dort entstand der Wendepunkt: Ich wollte einen Duft schaffen, der sich nicht in flüchtige Phasen auflöst, sondern als Ganzes bestehen bleibt. Statt die Kopfnote einfach verpuffen zu lassen, habe ich sie strukturell in Herz und Basis weitergedacht. So ist die Idee zu No.1 entstanden.

Du hinterfragst also die klassische Duftpyramide. Warum war es dir so wichtig, dass das florale Bouquet nicht verfliegt, sondern als Echo bestehen bleibt?

Weil ich es als widersprüchlich empfinde, dass der wichtigste Moment eines Duftes oft der flüchtigste ist. In der Parfümerie entscheidet man sich innerhalb weniger Minuten für einen Duft. Die Kopfnote spielt dabei eine zentrale Rolle – und genau diese verschwindet am schnellsten. Das hat für mich nie ganz zusammengepasst. Ich wollte einen Duft schaffen, der sich nicht abbaut, sondern sich entfaltet. Das florale Bouquet ist deshalb nicht nur Auftakt, sondern Bestandteil der gesamten Komposition. Es verändert sich, wird weicher, tritt zurück – aber es bleibt immer spürbar. 

Dein Parfum vereint über 90 erlesene Inhaltsstoffe. Wie verhinderst du, dass so viele Noten nicht im Chaos enden, sondern eine Einheit bilden?

Die Vielzahl der Inhaltsstoffe ist kein Selbstzweck, sondern das Ergebnis dieser Entscheidung, die klassische Duftpyramide neu zu denken. Die florale Kopfnote wurde nicht einfach oben aufgesetzt, sondern mit anderen Rohstoffen und Molekülen in Herz und Basis übersetzt. Dadurch entsteht kein Bruch im Duftverlauf, sondern eine Kontinuität.

Ich vergleiche das gern mit einem Raum: Wenn man ihn betritt, nimmt man zuerst die opulenten weißen Blüten wahr – Lilien, Hyazinthen, Jasmin. Mit der Zeit treten andere Facetten in den Vordergrund: warme Gourmand-Noten wie Schokolade, Zimt, Karamell, schwarzer Tee mit Mandelmilch. Und doch verschwindet das florale Bouquet nie ganz. Es bleibt präsent, aber leiser, eingebettet in die Tiefe aus Oud, Hölzern, Leder, Tabak und einer leicht rauen Cannabis-Note. Es geht nicht um viele Stimmen, sondern darum, dass sie in derselben Tonalität sprechen.

Die hohe Konzentration natürlicher Essenzen reagiert individuell mit dem pH-Wert der Haut. Ist es dein Ziel, dass das Parfum an jedem von uns eine andere Geschichte erzählt?

Der Duft selbst ist klar definiert – aber seine Entwicklung ist es nicht. Ich habe No.1 auf unterschiedlichsten Hauttypen getestet und immer wieder festgestellt: Die Struktur bleibt, aber der Ausdruck verändert sich. Mal treten die floralen Noten stärker hervor, mal die gourmandigen Facetten, mal die Tiefe aus Holz und Leder. Das ist Teil der Idee. Ich wollte keinen Duft, der bei jedem identisch wirkt, sondern einen, der sich anpasst, ohne seine Identität zu verlieren. Vielleicht ist genau das der Moment, in dem ein Duft persönlich wird.

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