Parabene: So bedenklich sind die Zusatzstoffe in der Kosmetik wirklich

Parabene: So bedenklich sind die Zusatzstoffe in der Kosmetik wirklich

Parabene werden in der Kosmetik als Konservierungsstoff eingesetzt. Allerdings sind die Zusatzstoffe im Verruf geraten und sollen gesundheitsschädigend sein. Wir haben alles Wissenswerte zusammengestellt und sagen euch, warum es ratsam ist, auf Parabene zu verzichten.

Frau schäumt sich das Gesicht ein
© iStock/svetikd
Parabene sind als Konservierungsstoffe in vielen Kosmetika enthalten. Warum es sich lohnt, auf die Etiketten und Inhaltsstoffe eurer Kosmetik zu achten, verraten wir euch hier ...

Zu unserer täglichen Beautyroutine gehören Cremes, wohltuende Gesichtsmasken, erfrischende Shampoos und Seren. Dabei solltet ihr das nächste Mal ganz genau auf die Etiketten eurer Kosmetik schauen, denn da könnten sich einige Inhaltsstoffe verirrt haben, die als bedenklich gelten. Die Rede ist von Parabenen, die als gesundheitsschädlich gelten und das Hormonsystems unseres Körpers beeinflussen können, und somit sogar krebserregend wirken. Was an der Problematik dran ist und wie ihr Parabene erkennt, erfahrt ihr hier.

Was sind Parabene?

Nicht nur Lebensmittel, auch Kosmetika werden bei der Herstellung mit Konservierungsstoffen versehen, um sie haltbarer zu machen. Parabene sind also nichts anderes als sehr preiswerte synthetische Konservierungsmittel, die dazu führen, dass Make-up und Kosmetik nicht so schnell verderben. Dabei werden die Zusatzstoffe in der Industrie aus Benzoesäure und verschiedenen Alkoholen hergestellt. Diese Mischung wirkt antimikrobiell und verhindert die Vermehrung von Keimen und Pilzen in euren Shampoos und Cremes.

So erkennt ihr Parabene

Wenn ihr nächstes Mal in der Drogerie oder in einer Parfümerie seid, dann solltet ihr mal ganz genau auf die Rückseiten und Etiketten der Cremes und Tiegel achten. Wenn ihre die folgenden Begriffe findet, dann handelt es sich um einen Zusatzstoff:

  • Methylparaben
  • Ethylparaben
  • Isopropylparaben
  • Phenylparaben
  • Pentylparaben
  • Benzylparaben
  • Nipagin
  • Nipasol
  • Propagin
  • Parahydroxybenzoat
  • Hydroxybenzoesäure
  • Hydroxybenzoat
  • Oxybenzoesäure
  • Oxybenzoat

So wirken die Zusatzstoffe auf uns

In etwas jedem zehnten Kosmetikprodukt auf dem Markt oder auch in unserem heimischen Badezimmer sind Parabene enthalten. Meistens sind die Zusatzstoffe in flüssigen Produkten wie in Lippenstiften, Cremes und Shampoos, aber auch in Sonnenschutzmitteln oder im Rasierschaum zu finden. Für Hersteller ist es ein sehr gutes Mittel in der Industrie, da gewisse Konservierungsmittel sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen. Dann gibt es aber wiederum Kritiker, die Parabene immer wieder infrage stellen. Laut einigen Experten:innen  sind Parabene problematisch, da die Zusatzstoffe im menschlichen Körper die Wirkung von Hormonen wie Östrogen nachahmen und damit den Hormonhaushalt durcheinanderbringen könnten. Diese Wirkung kann nicht für Frauen negativ sein, sondern auch für Männer oder ungeborene Kinder. In einigen Fällen kann das Verwenden von Parabenen zum verfrühten Einsetzen der Pubertät führen und sogar das Brustkrebsrisiko erhöhen.

Darum sind Parabene trotzdem in unserer Kosmetik enthalten

Industrielle Hersteller wollen nicht auf Konservierungsmittel verzichten, trotz vieler Risiken und auch nachgewiesenen Nebenwirkungen. Deshalb beruft man sich auf festgeschriebene Grenzwerte und die Risikobewertung durch das Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS), auf dessen Grundlage dann die Europäische Kommission über die Zulassung bestimmter Stoffe entscheidet. Ein Beispiel: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kommt auf das Ergebnis, dass Methyl- und Ethylparaben aufgrund der toxikologischen Daten in einer Konzentration von bis zu 0,4 Prozent als sicher für alle Menschen anzusehen sind. Die am meisten verwendeten Parabene sind:

  • Butylparabene mit einem Richtwert von 0,14 Prozent
  • Propylparabene mit einem Richtwert von 0,14 Prozent
  • Ethylparabene mit einem Richtwert von 0,4 Prozent
  • Methylparabene mit einem Richtwert von 0,4 Prozent

Sind Parabene schädlich für uns?

Wie ihr schon gemerkt habt, sind Parabene sehr umstritten und es gibt verschiedene Meinungen zu dem Thema. Parabene sind zwar laut der Kosmetikverordnung zugelassen, allerdings dürfen sie den 0,4 Prozent Richtwert nicht überschreiten. Wenn eure Kosmetikprodukte, Duschgele und Cremes aber stetig Parabene enthalten, dann kommt ihr tagtäglich mit einer erhöhten Konzentration von Stoffen in Berührung. Fakt ist, dass man auf Parabene allergisch reagieren kann und sie im Verdacht stehen, hormonell auf den Körper zu wirken. Die kosmetischen Haltbarkeitsstoffe wirken im Körper wie weibliche Geschlechtshormone, also Östrogene. Das liegt daran, dass die Strukturen von Östrogen und Paraben sich sehr ähnlich sind und in Labortests nachgewiesen wurden. Weiterhin wird den Konservierungsmitteln ein erhöhtes Brustkrebsrisiko nachgesagt. Dafür gibt es allerdings keine wissenschaftliche Belege, allerdings wurden die Stoffe in Gewebeproben von Krebspatienten:innen nachgewiesen. Wenn ihr also euch gewissen Risiken nicht aussetzen möchte, solltet ihr stets auf Parabene verzichten und auf die Etiketten achten.

Diese Kosmetik verzichtet auf Parabene

Falls ihr euch jetzt Gedanken über eure tägliche Beautyroutine macht: Keine Sorge! Zahlreiche Hersteller verzichten mittlerweile auf Parabene und nehmen die Sorgen der Kunden:innen ernst. Meistens findet ihr auf Produkten in der Drogerie oder Parfümerie direkt ein kleines Zeichen auf der Verpackung von Shampoos oder Cremes, mit denen explizit geworben wird, dass das Produkt parabenfrei ist. Bei naturnaher Kosmetik solltet ihr ebenfalls aufpassen. Nicht jede Brand, die mit Naturkosmetik wirbt, ist es auch zu 100 Prozent und hat trotzdem Parabene enthalten. Wenn sich eine Marke aber ausschließlich aus Naturkosmetik beschreibt, dann wird auf die schädlichen Inhaltsstoffe verzichtet, da hier der Einsatz von Parabenen verboten ist. Marken wie Alverde, Alterra oder Lavera sind zum Beispiel Brands, bei denen ihr euch keine Sorgen über Konservierungsstoffen machen müsst.  

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