Beauty

Lippen aufspritzen: Der ultimative Ratgeber mit Tipps vom Chirurgen

Von Linnea am Mittwoch, 11. April 2018 um 15:33 Uhr

Ihr denkt schon länger über das Aufspritzen eurer Lippen nach? Wir haben bei Experte Dr. med. Eckart Knoche nachgefragt und die wichtigsten Dinge einer Injektion für euch geklärt…

Nicht zuletzt durch die Victoria's Secret Models, Beauty-Queen Kylie Jenner und Co. ist das Aufspritzen der Lippen so beliebt wie nie! Doch bevor ihr euch einen Termin beim Doktor eures Vertrauens macht, haben wir bei Schönheitschirurg und Experte Dr. med. Eckart Knoche von Nose & Aesthetics in Hamburg nachgefragt und 13 Insider-Tipps rund um Preise, Erfahrungen, Schmerzen und Co. bekommen, die ihr unbedingt wissen solltet, bevor ihr euch für die erste Injektion in euren Mund entscheidet…💋

Dr-Knoche-Arzt

Experte Dr. med. Eckart Knoche behandelt im DermoCosmeticCenter in Hamburg

1. Die perfekte Injektion gibt es nicht

Dr. med. Knoche: Mittlerweile existieren viele verschiedene Filler für die Lippen – den einen perfekten Stoff gibt es nicht! Allerdings bieten die Markenhersteller spezielle Hyaluronsäure-Produkte für die Behandlung. Angepasst an die Bedürfnisse der Patientinnen, gibt es sehr individuelle und angepasste Lösungen. Den Überblick hat natürlich nur ein erfahrener Arzt, der dann auch die perfekte Injektion durchführen kann.

Auch hier gibt es nicht die eine und einzige Art zu injizieren: Viel Erfahrung und ein großes Repertoire an Techniken ist eine wichtige Voraussetzung, um auf die Wünsche der Patientinnen einzugehen. Dann kann die perfekte Injektion gelingen, nämlich die, die den Patientinnen gefällt.

2. Injektionen können rückgängig gemacht werden

Gelegentlich kommen Patientinnen mit Beulen oder Knötchen nach einer Hyaluronsäure-Behandlung der Lippen – oftmals durch eine Kosmetikerin oder einen Billig-Anbieter, aber natürlich kann so etwas auch beim erfahrenen Mediziner passieren. Rückgängig gemacht werden kann nur eine Injektion mit Hyaluronsäure-Produkten. Dem Arzt steht ein Medikament zur Verfügung, ein Enyzm, mit dem Hyaluronsäure "aufgelöst" werden kann. Vorsichtig gespritzt kann man damit sogar gezielt Unregelmäßigkeiten behandeln, ohne das übrige Behandlungsergebnis zu gefährden.

3. Eine Behandlung kostet zwischen 350 Euro und 450 Euro

Markenprodukte sind hochwertig und damit sehr teuer im Einkauf. Üblicherweise wird eine ganze Ampulle Hyaluronsäure (1 ml) berechnet, auch wenn vielleicht nicht alles in der ersten Sitzung benötigt wird. Das Honorar beinhaltet eine ausführliche Beratung und Aufklärung des Patienten, die Injektion sowie gegebenenfalls eine Nachinjektion nach einigen Tagen, für den letzten Feinschliff. Üblicherweise liegen die Kosten zwischen 350 Euro und 450 Euro. Billiganbieter verlangen zwar zunächst weniger, benötigt man aber mehr Produkt, wird es schnell teurer und wenn eine Korrektur-Behandlung durch einen anderen Arzt nötig wird, zahlt man doppelt – hohe Qualität hat ihren Preis.

4. Eine Injektion hält ca. 6 Monate

Die Qualität des verwendeten Produktes spielt eine große Rolle, ebenso wie die verwandte Menge. Weiterhin haben der individuelle Stoffwechsel und andere Faktoren wie Rauchen, Sport oder viel Bewegung der Lippen einen großen Einfluss. Gute Produkte sollten aber mindestens für 6 Monate ein zufriedenstellendes Ergebnis gewährleisten. Nicht zu unterschätzen ist allerdings die psychologische Komponente: Hat man sich erst mal an die "neuen" Lippen gewöhnt, entsteht schnell der Eindruck, sie seien wieder schmaler geworden. Ein guter Arzt berät hier neutral und führt die Patientinnen und lehnt notfalls, bei übertriebenen Wünschen, auch mal eine Behandlung ab.

5. Das Ergebnis beim Lippen aufspritzen seht ihr sofort

Schon im Behandlungsraum kann und sollte man sich das erste Ergebnis ansehen. Ein erfahrener Arzt bezieht die Patientinnen mit ein und reagiert gegebenenfalls auf Wünsche. Je nach Produkt schwellen die Lippen in den kommenden Tagen etwas mehr an, nach ca. 3 – 5 Tagen sieht man aber das endgültige Ergebnis. Dann ist auch der perfekte Zeitpunkt für einen letzten Feinschliff – falls gewünscht. Wie schon erwähnt, kann durch schnelle Gewöhnung der Eindruck entstehen, dass das Ergebnis nicht ausreicht, wobei Vorher-Nachher-Fotos durchaus hilfreich sein können. Im ärztlichen Beratungsgespräch sollte aber auf diesen Effekt schon im Vorfeld hingewiesen worden sein.

6. Die Lippen sollten sich fast wie vorher anfühlen

Zwei Faktoren sind beim Gefühl ausschlaggebend: a) das Produkt, denn gute Hyaluronsäuren bieten eine überragende Volumenleistung, die Lippen fühlen sich aber kaum anders an als vor Injektion, lediglich praller. Günstigere Produkte können gelegentlich zu einem sehr festen, gummiartigen Tastgefühl führen, das spätestens beim Küssen auffällt und befremdlich wirkt.

Und b) der Arzt: Unabhängig vom Produkt kann es, in falsche Schichten injiziert, zu einer extrem unregelmäßigen Lippenoberfläche führen, was wiederum Beulen und Knötchen zur Folge hat. Diese fühlt man nicht nur, man sieht sie auch deutlich – anatomische Kenntnisse sind also zwingend nötig, um das Risiko derartiger Nebenwirkungen zu minimieren.

7. Eine Betäubung ist nicht notwendig

Die meisten Ärzte verwenden nur Marken-Produkte mit beigemengtem örtlichen Betäubungsmittel, welche die Beschwerden bei der Injektion schon deutlich reduzieren. Vorher aufgetragene Betäubungscremes bewirken tatsächlich nicht viel, geben aber ein gutes Gefühl. Bei sehr empfindlichen Patienten kann der Arzt einen sogenannten Block setzen, dabei wird örtliches Betäubungsmittel ähnlich wie beim Zahnarzt gespritzt, so dass die gesamte Lippe taub ist. Die Patientin spürt dann von der Behandlung gar nichts, allerdings sind die Lippen oft noch für Stunden betäubt. Sehr erfahrene Mediziner können durch geschickte Injektionstechnik jedoch meistens auf alle derartigen Methoden verzichten.

8. Die Behandlung dauert ca. 50 Minuten

Bei der ersten Behandlung sollte alleine das Aufklärungsgespräch schon mindestens 30 Minuten dauern, die reine Injektion kann dann in ca. 15 – 20 Minuten. durchgeführt werden. Schneller geht es nur, wenn Arzt und Patientin bereits ein eingespieltes Team sind. Daher ist es wichtig, dass man sich als Patientin einen Arzt sucht, zu dem man Vertrauen hat und der einen über lange Zeit begleitet. So ist gewährleistet, dass er die Injektionstechniken und Produkte sowie die individuellen Wünsche der Patientin kennt und immer gleich gute Ergebnisse erzielt.

9. Nicht immer muss die gesamte Lippe aufgespritzt werden

Hat die Patientin keine klare Vorstellung vom Ergebnis, hilft ihr der Arzt und gibt Anregungen. Manchmal reicht es, kleinste Areale zu behandeln, um ein harmonisches Bild zu erzeugen, manchmal muss alles behandelt werden. Sehr häufig wird die Unterlippe ausgelassen oder bestimmte "No-Go"-Areale behandelt. Das führt dann zu den berühmten Entenschnäbeln oder Schlauchboot-Lippen.

10. Es gibt ein paar Dinge, die beachtet werden müssen

Schon mindestens eine Woche vor einer Behandlung muss zwingend auf Medikamente verzichtet werden, die blutverdünnend wirken. Dazu zählen vor allem alle Produkte mit ASS/Acetylsalicylsäure. Im Zweifel klärt man mit dem Arzt im Vorfeld, welche Medikamente erlaubt sind.

Am Tag der Behandlung sollte man nicht unbedingt in die Sauna gehen und die Lippen nicht stark beanspruchen (massieren oder ähnliches, es sei denn, der Arzt empfiehlt das ausdrücklich). Ebenfalls sollte mindestens eine Woche vor und nach der Behandlung auf ein Permanent-Make-Up verzichtet werden. Pssst: Kühlung unmittelbar danach verhindert (oder verringert) Nebenwirkungen wie starke Schwellungen oder gar Blutergüsse.

11. Inspirations-Fotos von Celebrities sind nicht hilfreich

Die öffentlich verfügbaren Fotos aus einschlägigen Quellen, wie Instagram oder Magazinen, wecken meist unrealistische Wünsche. Die Patientinnen sind dann oft unglücklich, wenn sie nach einer Behandlung nicht so aussehen. Dabei wird vergessen, dass fast alle derartigen Fotos mit Photoshop bearbeitet sind und nicht die Realität zeigen. Außerdem haben die Patientinnen meistens ganz andere Voraussetzungen. Man kann nur die vorhandene Lippenform betonen und etwas voluminöser machen.

12. Injektionen gehen nicht zu 100 Prozent weg

Wenn man lange genug wartet, verschwinden ca. 80-90% des Ergebnisses. Ein geringer Anteil an neugebildetem Bindegewebe bleibt meistens. Kann man sich mit dem Ergebnis also aus irgendeinem Grund gar nicht anfreunden, wartet man entweder einige Zeit ab oder lässt die Hyaluronsäure vom Arzt auflösen.

13. Es gibt Risiken bei einer Injektion

Wie jede medizinische Behandlung, hat natürlich auch diese Risiken. Am harmlosesten sind die leichten Schwellungen, die fast immer auftreten. Diese verschwinden von alleine nach einigen Tagen. Blaue Flecke und Blutergüsse sind seltener und brauchen manchmal etwas länger, bis sie nicht mehr sichtbar sind. Patientinnen, die zu Herpes neigen, können prophylaktisch nach der Behandlung Herpes-Cremes auftragen. Die Gabe von Tabletten gegen Herpes sollte nur bei bekannten schweren Herpes-Verläufen erfolgen.

Die Bildung von Knoten oder sichtbares Material sind mit den neuen Produkten seltener geworden und können behandelt werden. Infektionen gehören ebenso zu den sehr seltenen Komplikationen wie Durchblutungsstörungen. Letztere können, wenn nicht rechtzeitig vom Arzt erkannt und behandelt zu langanhaltenden Veränderungen führen. Daher kann man nicht oft genug betonen, wie wichtig es ist, sich einen erfahrenen Mediziner auszusuchen, wenn man sich für eine Lippenvergrößerung interessiert.☝️

Ihr wollt wissen, welche Celebrities sich neben Kylie Jenner auch schon in die Hände von Schönheitschirurgen begeben haben? Kein Problem, denn wir haben uns für euch umgeschaut…💁🏼

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