Interview

Heidi Klum im Interview: "Am Ende des Tages müssen wir in den Spiegel gucken und mit uns selbst happy sein"

Sie versprüht pure Lebensfreude, liebt knappe Bikinis und steht zu sich selbst: Im exklusiven GRAZIA-Interview spricht Supermodel Heidi Klum ganz offen über ihr Körpergefühl, den perfekten Strand-Look und wie sie sich ihre Leichtigkeit bewahrt.

Heidi Klum im Interview: "Am Ende müssen wir in den Spiegel gucken und selber happy mit uns sein"© PR
Von sommerlichen Erdtönen bis hin zu funkelndem Glamour – Heidi Klum zeigt uns in der neuen Sommer-Kollektion von Calzedonia die schönsten Beachwear-Trends der Saison.

Sonne satt, stylische Bademode und Urlaubsflair mitten in Deutschland: Für das Launch-Event der neuen Calzedonia-Kollektion verwandelte sich das Kölner Rheinufer bei sommerlichen 30 Grad in eine Beach-Oase. Mittendrin: Supermodel Heidi Klum, die auch in dieser Saison wieder als Kampagnengesicht der Brand begeistert. Zwischen Cocktails, Sand und Sommer-Feeling pur durften wir Heidi zum exklusiven Talk treffen. Mit einem herzlichen Lachen und ihrer unverkennbar positiven Energie begrüßte sie uns und verriet im exklusiven GRAZIA-Interview, warum am Strand für sie weniger Stoff oft mehr ist, wie sie mit Kritik umgeht und warum modische Freiheit absolut nichts mit dem Alter zu tun hat.

Grazia: Was macht die Zusammenarbeit mit Calzedonia für dich persönlich so besonders, dass du auch diesen Sommer wieder das Gesicht der Kampagne bist?

Heidi Klum: Ich bin einfach ein Sommerkind – was soll ich sagen. Ich liebe es, am Strand zu sein. Deswegen passt es quasi wie die Faust aufs Auge, dass ich nun schon seit einiger Zeit das Model für Calzedonia sein darf. Natürlich gehört auch Intimissimi zur Familie dazu. Für die Brand arbeite ich jetzt schon seit ungefähr vier oder fast fünf Jahren zusammen mit meiner Tochter. Da ich am 1. Juni geboren bin, bin ich, wie gesagt, ein echtes Sommerkind. Ich bin super viel am Strand unterwegs, weshalb das für mich genau richtig ist.

Die Kampagne fängt das unbeschwerte Lebensgefühl von Malibu ein. Du lebst selbst in Kalifornien – wie viel privates "Heidi-Gefühl" steckt in diesen Bildern?

Also wir haben die Kampagne tatsächlich in Los Angeles am Strand von Malibu fotografiert, was ganz cool war. Zum Glück hatten wir an diesem Tag wunderschönes Wetter. Dieses Mal wurde die Kampagne von den Morelli Brothers fotografiert – ich finde, sie haben das toll gemacht. Da das Ganze praktisch bei mir ums Eck liegt, war es unheimlich schön, morgens aufzustehen, zum Strand zu fahren und mich dort den ganzen Tag zu räkeln – wirklich super.

Und bist du denn selbst im Sommerurlaub eher minimalistisch am Strand unterwegs oder darf es auch gerne etwas mehr auffallen?

Am Strand bin ich sehr minimalistisch unterwegs. Meistens fange ich mit einem Bikini-Zweiteiler an, aber am Ende des Tages habe ich meistens nur noch eine kleine Hose an. Vor allen Dingen, wenn nicht so viele Leute da sind, wandert das Oberteil schon sehr schnell zurück in meine Tasche. Ich habe nämlich nicht so gerne viele Tan Lines, sondern bin überall gerne ebenmäßig braun. Ich liebe es außerdem, so oben ohne im Meer zu schwimmen. 

Aber abends, wenn ich mit meinem Mann essen gehe, habe ich natürlich auch schicke Sachen im Koffer eingepackt. Also so ist es nicht.

Was ist denn für dich der perfekte Bikini-Look vom Strand direkt an den Boulevard und später zur Beach Party?

Ich finde es immer wichtig, einen Sarong dabeizuhaben – also ein ganz dünnes, schön bedrucktes Tuch. Das gibt es bei Calzedonia zum Beispiel immer passend zum Bikini. Ich trage jetzt gerade das Modell im Leoparden-Print. Der Bikini ist so schön, weil er vorne noch diese schönen Goldringe hat. Dazu gibt es dann das passende dünne Tuch, das man sich als Rock, als Top oder sogar komplett als Kleid zusammenknoten kann. Damit lassen sich unterschiedliche Sachen machen. So ein Piece sollte man auf jeden Fall haben.

Was macht für dich ein Bikini-Design aus, das dir sofort Selbstbewusstsein verleiht?

Für mich ist das A und O eigentlich immer: umso kleiner, umso besser. Ich mag es lieber, mehr Haut als Stoff zu zeigen. Manche mögen es vielleicht oder fühlen sich selbst ein bisschen besser, wenn sie mehr bedeckt sind. Bei mir ist es andersrum: Ich finde es schöner, mehr Busen zu zeigen als super viel Stoff. Bei der Hose ist es genauso. Ich mag ein kleines Höschen lieber als eine große Hose. Das ist am Ende Geschmackssache, aber genau das ist mein Stil.

Welcher Bikini-Look ist denn dein ganz persönlicher Favorit für den Sommer?

Heidi Klum im Interview: "Am Ende müssen wir in den Spiegel gucken und selber happy mit uns sein"© PR
Wenn wir uns Heidi so anschauen, dann ist der funkelnde Glitzer-Bikini auch sofort unser Favorit für den Sommer und Strandmomente mit Glam-Faktor.

Welcher mein Favorit für den Sommer ist? Das Modell, das ich am meisten angezogen habe, hat einen schönen braunen Ton. Braun ist im Moment sowieso die absolute Trendfarbe. Zudem gibt es bei Calzedonia gerade eine wunderschöne Makramee-Tasche, die ich super schick finde. Also ich glaube ein Bikini-Look in Braun. Obwohl auch das Modell mit Glitzer sehr schön ist. Der Triangle-Bikini sowie die Hose sind vorne und hinten komplett mit tollen Glitzersteinen übersät. Da ist quasi überall Party – oben und unten.

Manche Frauen verspüren im Sommer den Druck, in Beachwear gut auszusehen. Was hast du für einen Rat für diejenigen, die mit Unsicherheiten kämpfen, perfekt auszusehen oder den Sommer im Bikini zu genießen?

Ich finde es sehr schade, dass viele Frauen so mit ihrem eigenen Körper hadern. Bei mir persönlich ist es so, dass ich versuche, immer 'beach-ready' zu sein. Für mich gibt es nicht diesen einen Sommermonat, für den ich mich besonders anstrengen oder Sport für meinen Beach Body machen muss. Ich versuche, das ganze Jahr über eine gute Figur zu haben, in der ich mich wohlfühle. Eine gute Figur definiert aber jeder für sich anders. Jeder sollte sich doch eigentlich in seinem Körper gut fühlen. 

Ich denke immer, am Ende des Tages können wir alle irgendwo etwas dafür tun, wenn wir wollen. Ich tue ja auch was dafür und sitze nicht nur herum. Um einen sportlichen Körper zu haben, gehört Sport eben ein kleines bisschen dazu, genau wie gutes Essen. Wir sind alt genug und ich finde, man kann etwas dafür tun, wenn man möchte – oder eben nicht. Das ist wirklich jedem selbst überlassen.

Du stehst schon seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit und wirst immer wieder von anderen bewertet. Wie schaffst du es trotzdem, dein Selbstbewusstsein zu stärken und diese Leichtigkeit zu wahren?

Mir ist es schon bewusst, dass ich bewertet werde. Ich bewerte andere Leute ja auch, deshalb dürfen sie mich ebenfalls gerne bewerten. 

Aber am Ende des Tages müssen wir in den Spiegel gucken und mit uns selbst happy sein.

Und das tue ich. Ich gucke mich im Spiegel an und sage: 'Okay, das ist gut.' Und wenn ich dann doch mal sage: 'Okay, die Rolle da hinten gefällt mir nicht', dann esse ich vielleicht nicht den zweiten Teller von dem Gericht, das so gut geschmeckt hat. Der erste hat ja eigentlich schon gereicht. Deswegen verzichte ich für mich dann eben mal auf einen Nachschlag.

Wenn man älter wird, verändert sich vielleicht der Blick auf den Körper. Wie hat sich deine persönliche Definition von Schönheit oder von Körpergefühl im Laufe deiner Karriere verändert?

Mein Gefühl hat sich eigentlich gar nicht verändert. Ich bin natürlich älter geworden, aber ich fühle mich innerlich noch genau so, wie ich mich früher gefühlt habe. Ich bin auch immer noch so freizügig, wie ich es damals gewesen bin. Ich weiß nicht, ob sich das in den nächsten Jahren bei mir ändern wird, aber solange ich mich in meinem Körper gut fühle, zeige ich ihn auch gerne. Es ist nicht so, dass ich mich unbedingt vor allen präsentieren möchte, sondern das ist mein Stil und mein Vibe. Jeder hat seinen eigenen Stil.

Ich bin eben gerne sehr freizügig, liebe es, Dekolleté oder meine Arme zu zeigen. Ich mag auch gerne mal einen kurzen Minirock und hohe Schuhe. Das ist ein Lebensgefühl, das ich in mir trage und nach außen transportiere. Ich finde, das muss jeder so machen, wie er möchte. 

Heidi Klum

Da sollte es keine Regeln oder Vorschriften geben, und es sollte nichts mit dem Alter zu tun haben. Wenn man 80 ist und einen Minirock oder einen Bikini statt eines Badeanzugs tragen möchte, dann soll man das tun. Viele sagen ja: 'Du wirst älter, zieh doch lieber einen Badeanzug an.' Nee! Wenn Frauen einen Bikini tragen oder gerne oben ohne sein möchten – selbst wenn der Busen nicht mehr so straff ist, wie er mal war –, dann sollten sie das dürfen, solange sie sich gut darin fühlen. Ich finde das vollkommen okay und gut.

Wenn du den perfekten, unbeschwerten Sommertag abseits der Kamera beschreiben würdest, wie sieht der aus?

Der perfekte, unbeschwerte Sommertag findet für mich auf einer tollen Insel statt. Morgens lange ausschlafen, dann hole ich mir einen schönen Bikini aus dem Schrank, schnappe mir ein kleines Tuch, ein Handtuch und eine Strandtasche mit den Sachen, die ich gerne mitnehme. Dazu gibt es was Leckeres zu essen und zu trinken, vielleicht ein kleines Spiel und eine kleine Strandmuschel. Ich bin nämlich auch gerne ein bisschen im Schatten, weil man wegen der Sonne schon aufpassen sollte. Die ist über die Jahre einfach extremer geworden. Ich sonne mich eigentlich nur noch morgens und abends in der prallen Sonne, tagsüber bleibe ich lieber im offenen Schatten – man wird dort ja schließlich auch braun.

Ansonsten lebe ich super gerne in den Tag hinein und mache gar nicht viel, außer mir die Wellen anzugucken, den wunderschönen blauen Himmel und vielleicht auch meinen schönen Mann. 

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