Dieser Artikel enthält unter anderem Produkt-Empfehlungen. Bei der Auswahl der Produkte sind wir frei von der Einflussnahme Dritter. Für eine Vermittlung über unsere Affiliate-Links erhalten wir bei getätigtem Kauf oder Vermittlung eine Provision vom betreffenden Dienstleister/Online-Shop, mit deren Hilfe wir weiterhin unabhängigen Journalismus anbieten können.
Heidi Klum im Interview: "Man muss seinen eigenen Wert kennen und ihn auch verteidigen"
In der exklusiven Kulisse von Cannes spricht Heidi Klum mit uns über ihre Beauty-Must-haves, den Weg zu echter Selbstwertschätzung und warum sie heute lieber auf ihr eigenes Bauchgefühl hört, statt auf die lauten Stimmen der digitalen Welt.

Wenn die Côte d’Azur im Glanz der Filmfestspiele von Cannes erstrahlt, versammelt sich die Weltelite an der Croisette. Mittendrin: Heidi Klum. Als Botschafterin für L’Oréal Paris verkörpert sie wie kaum eine andere die perfekte Symbiose aus internationalem Glamour und nahbarer Authentizität. Zwischen Blitzlichtgewitter und exklusiven Abendveranstaltungen trafen wir die Ikone zum persönlichen Gespräch. Abseits der perfekt inszenierten Red-Carpet-Momente sprachen wir mit ihr über ihre überraschende Frühstücksroutine, den Mut zum "Nein"-Sagen und die wertvolle Gelassenheit, die das Älterwerden mit sich bringt.
Grazia: Was ist für dich das Besondere daran, wieder mit der L’Oréal Paris-Familie zusammenzukommen und gemeinsam in Cannes zu feiern?
Heidi Klum: Wenn ich mir den gestrigen Tag anschaue bekomme ich direkt Gänsehaut, der Rote Teppich in Cannes ist wirklich wie in einem Film. Ich stand dort unter anderem mit Jane Fonda und wir haben uns toll über mein Kleid unterhalten. Jane ist eine absolute Legende – dass ich mit ihr "schnacken" und gemeinsam über den Teppich laufen darf, ist ein echter "Pinch-Me-Moment".
Aber es hört ja bei ihr nicht auf – so viele tolle Frauen und Männer zählen zur L'Oréal Paris-Familie. Dazugehören zu dürfen, fühlt sich super an. Wenn wir gemeinsam losgehen, wird der Rote Teppich für uns angehalten. Man fühlt sich in diesem Moment wirklich besonders.
Was ist der größte Beauty-Mythos, an den du früher selber geglaubt hast?
Das ist definitiv der Klassiker: "Trink einfach nur Wasser." Seien wir doch mal ehrlich: Wasser alleine reicht nicht aus. Natürlich sieht man mit genug Flüssigkeit vielleicht etwas besser aus, aber es ist kein Allheilmittel. Wenn die Leute sagen: "Du hast Ränder unter den Augen oder trockene Haut? Trink Wasser!", dann weiß ich heute: Da gehört am Ende ein bisschen mehr dazu als nur das Glas Wasser.
Welches Produkt in deinem Kit hat die längste Treue-Historie?
Ganz klar Mascara. Früher war die Voluminous von L'Oréal Paris mein absoluter Favorit, aber mittlerweile bin ich auf die Panorama umgestiegen. Die mag ich sehr gerne.

Angenommen, du hast nur 2 Minuten Zeit für dein Make-up – auf welche Handgriffe und Produkte setzt du?
Auf jeden Fall ein bisschen Concealer. Dazu etwas Blush, unbedingt Mascara und ein Lipplumper. Fertig!
Wie hältst du deine Haare gesund?
Mein Geheimnis ist Haaröl – die Öl Magique Serie hat es mir besonders angetan. Man muss sich nur meine Haare auf dem Roten Teppich gestern ansehen: Die glänzen richtig, ich liebe das! Ein kleiner Anwendungstipp: Ich gebe das Öl nicht oben auf den Ansatz, sondern etwa ab der Mitte der Haare bis in die Spitzen. Das pflegt intensiv und sorgt für diesen tollen Glanz.
Hand aufs Herz: Welchen Beauty-Trend von damals würdest du heute niemals wieder umsetzen?
Ich habe früher Dinge geliebt, die ich heute niemals mehr machen würde – wie zum Beispiel meine Augenbrauen extrem dünn zu zupfen. Wenn ich heute daran denke, wie das aussah ... schrecklich! Heute weiß ich, wie wichtig volle Augenbrauen für das Gesicht sind. Ich liebe es jetzt eher natürlich, während ich früher Trends gefolgt bin, die ich heute eher "grottig" finde.
Gibt es eine Sache, die du jeden Morgen tust – völlig egal, ob du in Berlin, New York oder L.A. aufwachst – um gut in den Tag zu starten?
Ich habe momentan einen Trend für mich entdeckt: Ich koche mir morgens zum Frühstück immer eine Suppe. Ich bin ein richtiger Suppen-Fan geworden. Es tut mir einfach besser, als direkt mit einem "harten" Kaffee auf nüchternen Magen in den Tag zu starten. Das ist gesund für den Magen und liefert wichtige Nährstoffe für den ganzen Körper und die Haut.
Meistens schaue ich einfach, was ich im Kühlschrank habe – Zwiebeln, Spargel oder Karotten. Während das Gemüse im Wasser kocht, gehe ich duschen. Wenn ich fertig bin, ist die Suppe bereit, ich halte kurz den Pürierstab rein und fertig. Es geht super schnell und ich kann es nur jedem empfehlen, der seinem Magen etwas Gutes tun will.
Das muss ich unbedingt mal ausprobieren! Du zeigst dich generell auf Instagram oft sehr nahbar und ungeschminkt. Gab es in deiner Karriere einen spezifischen Moment, in dem du beschlossen hast, dass Perfektion eigentlich ziemlich langweilig ist?
Ich glaube, am Ende des Tages ist niemand wirklich perfekt. Auch wenn man das oft so liest oder hört – diese Perfektion gibt es gar nicht. Vielleicht existiert sie in der Welt der KI, aber wie langweilig wäre das denn? Wir sind doch gerade deshalb interessant, weil wir individuell und alle unterschiedlich sind. Das macht uns aus.
Was ist das Beste am Älterwerden, das dir vorher niemand verraten hat?
Dass man so viel gelassener wird. Man geht an alles weiser und ruhiger heran. Es kann einem nicht mehr so schnell jemand etwas vormachen, weil man das meiste schon einmal gesehen oder erlebt hat. Natürlich ist es schön, noch überrascht zu werden, aber generell fühle ich mich heute extrem wohl in meiner Haut.
Im Zeitalter von Social Media hat jeder eine Meinung zu deinem Look oder deinem Leben. Wie hast du gelernt, die lauten Stimmen im Außen leiser zu drehen?
Diese Stimmen gab es bei mir schon lange vor Social Media. Früher war es die Boulevardpresse, die oft nicht nett über mich geschrieben hat. Heute bekommt durch das Internet jeder ein bisschen mit, wie sich das anfühlt, wenn Menschen einem Dinge an den Kopf werfen.
Ich bin das seit Jahren gewohnt und habe mir eine harte Schale zugelegt. Vieles prallt einfach ab. Ich konzentriere mich lieber auf das Positive als auf das Negative.
L’Oréal Paris ist bekannt für seinen bahnbrechenden Slogan "Weil ich es mir wert bin". Kannst du uns etwas über deinen persönlichen Weg zur Selbstwertschätzung erzählen?
Über die Jahre habe ich gelernt, auch im Job "Nein" zu sagen. Wenn mir etwas angeboten wird, bei dem ich spüre, dass es nicht zu mir passt, sage ich: "Dafür bin ich mir zu schade. Das ist es mir nicht wert." I'm more worth it.
Das bringe ich auch meinen Kindern bei, die jetzt anfangen zu arbeiten. Wenn sich eine Situation – egal ob im Job oder im Privaten – mulmig anfühlt, muss man den Mund aufmachen. Ich hatte zum Beispiel mal eine brenzlige Situation bei einem Unwetter auf einer Insel. Alle wollten in ein kleines Flugzeug steigen, aber mein Bauchgefühl sagte Nein. Ich bin am Boden geblieben und erst am nächsten Tag geflogen. Mein Leben ist es mir nicht wert, für die Eile ein Risiko einzugehen.
Mein Motto für meine Kinder ist da ganz klar: Better you're late, than not getting there at all. Man muss seinen eigenen Wert kennen und ihn auch verteidigen.
Vielen Dank, liebe Heidi!





