
Nach Kopenhagen, New York und London gilt die Mailand Fashion Week als das Mode-Highlight des Jahres und inspiriert in diesem Jahr wieder mit einer beeindruckenden Vielfalt an Trends. Doch welche Looks stehen wirklich im Fokus für Herbst/Winter 2026/2027? Von Fendi über Gucci bis hin zu Jil Sander: Wir blicken gemeinsam mit dir auf die Kreationen der größten Designer in Mailand für die kommende Jahreszeit.
Von den Runways in Mailand bis New York: Unsere Head of Fashion Jenny Fleischhauer analysiert für euch die Trends der Modewelt. Ihr Fokus liegt dabei immer auf der Balance zwischen High-Fashion-Ästhetik und echter Tragbarkeit. Also: In welche Must-haves lohnt sich im Herbst/Winter 26/27 die Investition?
Was sind die größten Modetrends für Herbst/Winter 2026/2027 aus Mailand?
Mailand hat wieder einmal bewiesen, dass es das Herzstück der Modewelt ist. Die Fashion Week präsentierte einen modischen Mix aus mutigen, neuen und klassischen Looks. Von glitzernden Kleidungsstücken bis zu geerdeten Farben – die Herbst- und Wintermode wird alles andere als langweilig.
1. 90s Sex-Appeal

Das wohl meistdiskutierte Debüt der Woche: Demna Gvasalia haucht Gucci neues Leben ein und setzt voll auf Sex-Appeal, welches uns It-Girls wie Emily Ratajkowski, Karlie Kloss und Co. präsentierten. Mit direkten Referenzen an die legendäre Tom-Ford-Ära der 90er-Jahre sahen wir tief sitzende Logo-G-Strings (präsentiert von niemand Geringerem als Kate Moss!), hautenge Metallic-Kleider und funkelnde Stoffe. Demna gelingt es, die provokante Erotik von damals in einen Kontext zu setzen, der nostalgisch und absolut modern zugleich wirkt. Ein Look, der lautstark verkündet: Die Zeit der modischen Zurückhaltung ist offiziell vorbei.
So stylst du den Look im Alltag: Setze auf einen mutigen Stilbruch. Kombiniere ein hautenges Metallic-Top oder ein Kleid mit Satin-Finish zu einem extrem oversized geschnittenen Männermantel. Das nimmt dem Look die Strenge und macht ihn absolut "Tageslicht-tauglich".
2. Chiffon-Drama & Transparenz

Verführung pur! Blumarine zeigt in der zweiten Kollektion unter David Koma, dass Transparenz auch im tiefsten Winter funktioniert und dabei eine unglaubliche Eleganz ausstrahlen kann. Hauchzarter Chiffon, oft kombiniert mit opulenten Marabu-Federn oder feiner Spitze, hüllt uns in eine romantische Aura. Auch Alberta Ferretti und Fendi setzen auf diesen zarten Look und mache ihn zum Herbst- und Winter-Must-have.
So stylst du den Look im Alltag: Layering ist hier der Schlüssel. Trage ein transparentes Chiffon-Oberteil über einem schlichten, blickdichten Seiden-Top oder unter einem groben Strickcardigan. So blitzt die Zartheit nur hervor, ohne zu viel preiszugeben.
3. Skulpturale Power-Silhouetten

Bei Bottega Veneta drehte sich unter Louise Trotter alles um die Form. Die Mäntel und Jacken kommen mit extrem betonten Schultern und Hüften daher, die jedoch durch meisterhafte Schnittführung weich und weiblich fließen. Diese Formen wirken wie eine modische Schutzhülle für Fashionistas.
Boss interpretierte mit der Kollektion für Herbst und Winter die Schneiderhandwerk radikal neu. Mit deutlichen Einflüssen aus den 1990er-Jahren wird der "CorpCore"-Trend in eine moderne, gelassenere Ästhetik überführt: Weit geschnittene Hosen und strukturierte Outerwear strahlen Stärke aus, wirken dabei aber vollkommen unangestrengt. Auch bei Jil Sander und Giorgio Armani standen diese präzisen Schnitte im Fokus, die zeigen: Autorität braucht heute keine Enge mehr – sie zeigt sich in weiten, fließenden Linien und einer neuen, souveränen Gelassenheit.
So stylst du den Look im Alltag: Wenn du auf betonte Schultern setzt, halte den Rest des Outfits schmal. Eine weite Power-Jacke funktioniert am besten zu einer schmalen Leggings oder einer eng geschnittenen Zigarettenhose, um die Proportionen auszugleichen.
4. Dark Romance & Spitze

Nach den bunten "Core"-Trends der letzten Jahre kehrt eine ernste, fast düstere Romantik zurück. Schwarz ist die unangefochtene Statement-Farbe der Saison, wird aber mit einem extrem femininen Twist präsentiert. Fendi (mit einem spektakulären Debüt von Maria Grazia Chiuri), Alberta Ferretti und Prada spielten mit transparenter Spitze, die durch strenges Tailoring und maskuline Accessoires wie Krawatten geerdet wird. Auch bei Roberto Cavalli und Dolce & Gabbana schwebten Models mit schwarzen Spitzenkleidern im Dark Romance-Vibe über den Runway und bewiesen, wie sexy und gleichzeitig mystisch der Winter 2026 wird.
So stylst du den Look im Alltag: Um nicht zu sehr nach "Abendrobe" auszusehen, kombinierst du Spitzenröcke oder -blusen zu derben Biker-Boots und einer Lederjacke. Der Mix aus zart und hart ist das Erfolgsgeheimnis dieses Trends.
5. Kunstvolles Layering: Das Prada-Prinzip

In dieser Saison geht es darum, Tiefe in deinem Outfit zu erzeugen. Die Designer brechen klassische Looks auf und setzen sie neu zusammen: Röcke werden über Hosen getragen, sichtbare Unterröcke aus Seide blitzen unter schweren Mänteln hervor und asymmetrische Schichten bestimmen das Bild.
Prada trieb diesen Trend auf die Spitze und ließ seine Models sogar viermal hintereinander laufen – bei jedem weiteren Durchgang trugen sie eine Schicht weniger. So wurde die Wandelbarkeit der Looks Schicht für Schicht zelebriert. Auch Fendi und Diesel bewiesen, dass das Übereinanderlegen verschiedener Materialien 2026 eine wahre Kunstform ist.
So stylst du den Look im Alltag: Fang klein an, indem du einen schmalen Rock über eine gerade geschnittene Jeans ziehst. Achte darauf, dass die Materialien unterschiedliche Texturen haben, damit der Look gewollt und kunstvoll wirkt. Strickteile harmonieren demnach perfekt mit Denim.
6. Wildes Kunstfell

Kuschelig wird es bei Bottega Veneta und Marni, aber mit einem technologischen Twist. Statt klassischem Fake-Fur sahen wir innovative Materialien, die die Optik von weichem Fell nachahmen – teils extrem voluminös und in intensiven Knallfarben oder tiefem Schwarz. Diese "Wuschel-Optik" wirkt fast wie Fiberglass und verleiht jedem Outfit sofort eine dramatische Haptik. Auch Etro nutzt diese wilden Texturen, um klassischen Schnitten einen exzentrischen Twist zu verleihen, die garantiert alle Blicke auf sich ziehen.
So stylst du den Look im Alltag: Da das Volumen des Mantels bereits das Statement ist, sollte das restliche Outfit "leise" bleiben. Eine schlichte Blue Jeans und ein eng anliegender Rollkragenpullover in gedeckten Farben lassen dem Kunstfell den großen Auftritt.
7. Disco Dressing

Mailand hat das Disco-Fieber gepackt! Inspiriert vom legendären Studio 54, bringen Designer wie Gucci, Ferragamo und Sportmax den Glamour der 70er-Jahre zurück auf den Runway. Wir sehen Pailletten-Hosen in Silber, fließende Metallic-Kleider und Kleider mit Bubble-Hem-Details, die förmlich nach einer Nacht auf der Tanzfläche rufen. Besonders Ferragamo setzte mit skulpturalen Hüft-Details in Gold ein echtes Statement. Ob bei Roberto Cavalli in knalligem Pink oder bei Sportmax in bodenlangen Gold-Roben: Extrem glamouröses Dressing ist der Gegentrend zum Quiet Luxury Style und macht den Winter 2026 zur Dauerparty.
So stylst du den Look im Alltag: Pailletten im Herbst und Winter? Ja, bitte! Style eine glitzernde Paillettenhose zu einem grauen Oversized-Hoodie und schlichten Sneakern. Das bricht den Glamour und macht den Look cool und nahbar.
8. Edle Erdtöne

Wenn es um stylische Farben geht, wird es in diesem Jahr extrem geerdet und naturverbunden. Sattes Olivgrün, dunkle Moostöne und tiefes Schokoladenbraun lösen das klassische Camel ab und werden zum neuen Symbol für Luxus. Besonders Max Mara, Fendi und Tod's hüllten ihre Models von Kopf bis Fuß in diese warmen Nuancen. Der Clou: Der Look funktioniert am besten monochrom, also in einem einzigen Farbton von der Tasche bis zum Stiefel, was dein Erscheinungsbild sofort extrem edel wirken lässt.
So stylst du den Look im Alltag: Der Monochrom-Look ist hier Pflicht. Kombiniere verschiedene Nuancen einer Farbfamilie – zum Beispiel eine olivgrüne Stoffhose zu einem moosgrünen Kaschmirpullover. Das wirkt luxuriöser als jeder bunte Farbmix.
9. Tuxedo

Der Smoking feiert in Mailand ein riesiges Comeback, aber so verführerisch wie nie zuvor. Bei Dolce & Gabbana sahen wir den klassischen Tuxedo in Form von kurzen Blazern zu knappen Hotpants und transparenter Spitze. Auch Giorgio Armani und Ferragamo zelebrieren diesen androgynen Look, der mit den Geschlechterrollen spielt. Ob als Abendkleid-Ersatz oder als Power-Suit fürs Büro: Der Smoking ist das ultimative Piece für alle, die klassische Eleganz mit einer großen Portion Sex-Appeal mischen wollen.
So stylst du den Look im Alltag: Der Smoking-Blazer ist ein echtes Multitalent. Für einen modernen Office-Look kombinierst du ihn ganz entspannt zu einer weiten Blue Jeans und einem schlichten weißen T-Shirt. Der Stilbruch zwischen dem edlen Revers und dem lässigen Denim nimmt dem Tuxedo die Strenge und macht ihn sofort tageslichttauglich.
10. High-Gloss

Wir verabschieden uns von matten Oberflächen. In Mailand drehte sich alles um den perfekten Glanz. Designer wie Gucci und Ferragamo zeigten Leder-Trenchcoats und Röcke mit einem extremen Hochglanz-Finish, das fast wie flüssiges Glas wirkt. Auch Diesel und MM6 Maison Margiela spielten mit diesem Effekt und präsentierten "Laminated Denim" – Jeansstoffe, die durch eine spezielle Beschichtung einen futuristischen, edlen Schimmer erhalten. Es ist ein Look, der Toughness mit absolutem Luxus verbindet.
So stylst du den Look im Alltag: Eine glänzende Vinyl-Hose oder ein beschichteter Rock sind die perfekten Begleiter für matte Texturen. Kombiniere High-Gloss-Teile zu flauschigem Strick oder mattem Canvas, um einen spannenden Material-Kontrast zu erzeugen.





