
Wenn die Pariser Modewoche ihren Lauf nimmt, gibt es Shows, die man besucht, und Shows, die man erlebt. Daniel Roseberrys Herbst/Winter 2026 Kollektion für Schiaparelli gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Für seine Präsentation lud der Designer tief in den Kern des Louvres ein. Unter dem Titel "SPHYNX" präsentierte er eine Kollektion, die sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengibt. Es ging um die fundamentale Reibung, die das Haus Schiaparelli seit jeher definiert: die Spannung zwischen Mode als knallhartem Business und Mode als pure, grenzenlose Fantasie.
Roseberry stellt euch mit dieser Kollektion vor eine interessante Frage: Wie viel Träumerei verträgt die Realität? Auf dem Laufsteg wurden diese Visionen durch die Präsenz von Models wie Alex Consani, Mona Tougaard und Lulu Tenney greifbar. Sie trugen Entwürfe, die die Grenze zwischen Körper und Objekt verwischten. Roseberrys Designs wirken oft wie organische Strukturen, die sich um den Träger legen – fest und doch fließend. Es ist faszinierend zu beobachten, wie schwere, fast metallisch wirkende Oberflächen in der Bewegung eine überraschende Leichtigkeit entwickeln.
Diese Details der Schiaparelli-Kollektion müsst ihr sehen
Wenn ihr also genauer hinseht, offenbart sich die wahre Meisterschaft dieser Kollektion in den mutigen, skulpturalen Elementen. Ein zentrales Motiv ist das Spiel mit dem Verborgenen und Gezeigten. Ihr seht körperbetonte Kleider in Camel und Beige, die durch unerwartete wellenförmige Cutouts und skulpturale goldene Knöpfe strukturiert werden.
Besonders faszinierend sind die anatomischen und surrealen Akzente, die hier keine bloße Dekoration sind, sondern Teil der architektonischen Konstruktion. Ein Highlight ist das Oberteil eines Abendoutfits, das wie ein skulpturaler, brauner Schutzschild geformt ist und den Oberkörper umschließt. Auch das Keyhole-Motiv kehrt zurück – als präziser Ausschnitt an der Brust und als goldener Verschluss an einer strukturierten Handtasche. Das vielleicht skurrilste Detail, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet: dieselbe Tasche steht auf vergoldeten Vogelfüßen. Übrigens findet sich das Vögelmotiv auch an Gürteln wieder und Federn werden an verschiedenen Pieces aufgegriffen – ebenso wie Cut-outs in den verschiedensten Varianten. Nicht zu vergessen: Glitzer und funkelnde Details.
Die Kollektion spielt eben zudem mit extremen Texturen. Wir sahen nicht nur Pelzakzente an Handgelenken und Clutches, sondern auch einen großen Fake-Fur-Kragen und sogar einen ganzen grauen Pelzanzug mit betonten Schultern. Für euch bedeutet das: Schiaparelli liefert für Herbst/Winter 2026 eine Mode, die weniger verhüllt als vielmehr den Körper als skulpturale Basis nutzt. Von den klobigen, goldenen Armspangen bis zu den plissierten Drapierungen – jedes Teil ist ein Statement aus Form und Material – Pieces, von denen wir sicherlich noch lange träumen werden.















