Bauchnabelpiercing entzündet: Ursachen, Hilfe und Vorbeugung

Bauchnabelpiercing entzündet: Ursachen, Hilfe und Vorbeugung

Jede:r mit einem Bauchnabelpiercing wird dieses Problem kennen, wenn die Haut um das Metall gerötet ist und bei der kleinsten Berührung schmerzt. Es ist entzündet und wie es dazu kommen kann, was dagegen hilft und wie ihr es vorbeugen könnt, verraten wir jetzt.

Ob Britney Spears, Hailey Bieber oder Beyoncé – das sind nur einige weniger Stars, die stolze Besitzerin eines Bauchnabelpiercings sind und immer wieder beweisen, dass der Schmuck in der Körpermitte eine Menge hermacht. Gehört ihr auch zu diesen Ladys? Dann werdet ihr wahrscheinlich nicht nur die ästhetische Seite eines solchen Piercings kennen, sondern auch die schmerzhaften Schattenseiten: gerötete Entzündungen. Ob nach dem direkten Stechen oder im Laufe der Zeit können sich am Bauchnabelpiercing Infektionen bemerkbar machen, mit denen niemals zu spaßen ist. Daher ist es wichtig zu wissen, welche Ursachen die Entzündung des Piercingschmucks haben kann, was dagegen hilft und welche Maßnahmen vorbeugend wirken.

Daran erkennt ihr eine Entzündung des Bauchnabelpiercings

Eine Entzündung des Bauchnabelpiercings könnt ihr an verschiedenen Symptomen erkennen, die einzeln, aber auch gemeinsam auftreten können. Hier findet ihr eine Übersicht:

  • Hitze: Das Gewebe um das Bauchnabelpiercing ist wärmer als der Rest
  • Rötungen: Die Haut um die Einstichstelle des Piercings ist gerötet
  • Schmerzen: Bewegungen, Druck oder selbst leichte Berührungen im Bereich um das Bauchnabelpiercing sind schmerzhaft
  • Schwellung: Die Haut kann anschwellen
  • Eiterbildung: Bei besonders starken Entzündungen kann sich sogar Eiter an der betroffenen Stelle bilden
  • Verhärtungen: Die Beschaffenheit des Gewebes rund um die Piercingstelle kann sich auch verändern und sich verhärten
  • Fieber: Bei starken Infektionen des Piercings kann sogar Fieber als Symptom auftreten

Sollten diese Symptome auftreten, dann heißt es Ruhe bewahren. Fragt am besten erst einmal euren Piercer und stattet diesem einen Besuch ab, sodass er sich euer Piercing einmal anschauen kann und euch evtl. ein Desinfektionsmittel und Wundheilgel empfehlen kann, welches die Heilung beschleunigt. 

Bauchnabelpiercing entzündet: Ursachen

Die Entzündung eines Bauchnabelpiercings ist keine angenehme Angelegenheit und kann ganz unterschiedliche Ursachen haben – von einer Allergie über das eigentliche Stechen des Piercings und mangelnde Hygiene bis hin zur falschen Kleiderwahl.

Frisch gestochenes Piercing

Eine davon kann das Stechen des Piercings sein. Legt der Piercer nicht genügend Wert auf ein steriles Umfeld, kann es kurz nach der Sitzung zu einer schmerzhaften Entzündungsreaktion kommen. Aber auch unter Einhaltung sämtlicher Hygienemaßnahmen kann es zu einer Infektion im Stichkanal kommen, schließlich dringt ein Fremdkörper in das Gewebe ein.

Allergische Reaktion

Habt ihr euch ein neues Bauchnabelpiercing gekauft und tritt kurze Zeit später die schmerzhafte Entzündung auf? Dann könnte es sich um eine allergische Reaktion auf das Piercing beziehungsweise auf das jeweilige Material handeln. Fragt in diesem Fall euren Piecer und lasst euch in Sachen hypoallergene Piercings beraten.

Mangelnde Hygiene

Aber auch eine schlechte Hygiene oder häufiges Anfassen  des Piercings mit ungewaschenen Händen können Schuld an Rötungen, Schwellungen und Schmerzen rund um die Einstichstelle sein, da diese besonders empfindlich und mit einer Infektion auf Bakterien reagieren kann.

Reibung von Kleidung

Manchmal kann allerdings auch die falsche Kleidung zu einem entzündeten Bauchnabelpiercing führen. Sitzt die Jeans oder der Gürtel genau auf der Höhe eures Bauchnabels und ist das Piercing ständiger Reibung ausgesetzt, kann es ebenfalls mit einer Entzündung auf die Reizung reagieren. Zudem kann auch das Material der Kleidung entzündliche Reaktionen auf das Piercing hervorrufen. Unter synthetischen Textilien wie Polyester staut sich schneller die Wärme als unter natürlichen Fasern wie Baumwolle, Seide oder Leinen, sodass sich der Bereich in eine Brutstätte für Bakterien verwandelt. Rötungen, Druckschmerz und teilweise sogar Eiterbildung können die Folge sein.

Frau mit Bauchnabelpiercing
© ©Foto von Sharon McCutcheon von Pexels
Frau mit Bauchnabelpiercing

Was hilft gegen ein entzündetes Bauchnabelpiercing?

Bei einem entzündeten Bauchnabelpiercing ist es besonders wichtig, dass ihr nicht einfach nur darauf hofft, dass es irgendwann schon besser wird. In den meisten Fällen würde sich die Reaktion nur verschlimmern. Umso wichtiger ist es, dass ihr die Wunde optimal versorgt. Die besten Pflege-Tipps, um die Infektion schnell wieder abklingen zu lassen, gibt es jetzt:

  1. Salzwasser: Mischt ein Teelöffel Salz mit etwa 250 ml lauwarmem Wasser. Dann nutzt am besten ein Wattepad, indem ihr es in der Flüssigkeit tränkt und die entzündete Stelle um das Piercing damit benetzt. Den Vorgang mehrmals am Tag wiederholen und die Entzündung kann schneller abschwellen.
  2. Kamillentee: Dank seiner entzündungshemmenden und antibakteriellen Wirkung kann auch Kamillentee bei einer Infektion des Bauchnabelpiercings zum Einsatz kommen. Ebenfalls ein Wattepad in die Flüssigkeit geben und damit mehrmals am Tag den schmerzenden Bereich am Bauchnabel versorgen.
  3. Wundgel: Statt zu einer fetthaltigen Salbe zu greifen, die den Stichkanal im schlimmsten Fall verstopfen und die Entzündung verschlimmern kann, solltet ihr lieber zu einem Gel auf Wasserbasis wie das antibakterielle Piercing-Gel von Prontolind (über Amazon ca. 6 Euro) oder das Wundheilgel von Tyrosur (ca. 15 Euro) greifen. Übrigens: Die regelmäßige Anwendung des Gels kann auch vorbeugend gegenüber Infektionen am Piercing wirken.
  4. Pflegespray für Piercings: Die regelmäßige Desinfektion der entzündeten Region am Bauchnabel ist das A und O und mithilfe eines speziellen Sprays zur antibakteriellen Reinigung und Pflege von Piercings (von Prontolind ca. 7 Euro) haltet ihr die Wunde sauber.

So verschlimmert ihr die Entzündung

Um die Entzündung nicht noch zusätzlich zu verschlimmern, gibt es einige Dont’s, an die ihr euch unbedingt halten solltet, um eine Ausbreitung der Infektion zu vermeiden. So verlockend es auch scheint, lasst die Finger von dem Bereich um das Bauchnabelpiercing. Unter den Fingernägeln befinden sich zahlreiche Bakterien, die zusätzlich in die entzündete Wunde eindringen können. Autsch! Auch das Drücken und Jucken der betroffenen Stelle, wenn sie eitert, sollte absolut tabu sein. Das Gewebe ist bereits gereizt und indem ihr daran herumdoktert, wird es nur noch schlimmer. Weitere No-gos sind Besuche von Sauna, Schwimmbad und Solarium, denn sowohl die Wärme als auch Bakterien im Wasser können die Wunde zusätzlich belasten.

Ihr wollt das Bauchnabelpiercing selber entfernen? Lasst das sein! In diesem Fall geht ihr am besten zum Piercer, der das Metall steril entfernt und den Stichkanal spült.

So könnt ihr Entzündungen am Bauchnabelpiercing vorbeugen

Ihr seid schmerzhafte Entzündungen des Bauchnabelpiercings leid? Dann solltet ihr künftig darauf achten, dass ihr euch gewisse Dinge abgewöhnt beziehungsweise umstellt und einige Pflege-Steps in euren Alltag integriert, um Rötungen, Druckschmerzen und Eiterbildung entgegenzuwirken.

Piercings aus dem richtigen Material

Findet heraus, ob und auf welche Materialien ihr allergisch reagiert und vermeidet diese in eurem Piercingschmuck. Stecker aus Chirurgenstahl könnten eine Möglichkeit sein, doch die Experten in einem Piercingstudio können euch in dieser Hinsicht optimal beraten.

Regelmäßiges Desinfizieren

Um das Bauchnabelpiercing frei von Bakterien zu halten, solltet ihr den Bereich auch regelmäßig mit einem speziellen Desinfektionsspray reinigen. Ein Bestseller: das Spray zur antibakteriellen Reinigung und Pflege von Piercings von Prontolind.

Achtet auf die Wahl eurer Kleidung

Wie bereits erwähnt, kann eine Entzündung des Piercings auch durch die Reibung von Kleidung entstehen, weshalb ihr unbedingt darauf achten solltet, dass weder der Saum eurer Hose noch der Gürtel am Bauchnabel scheuern.

Lasst die Finger vom Piercing

Ist man in Gedanken, passiert es nicht selten, dass man ein den Fingern am Bauchnabelpiercing herumspielt. Versucht euch das jedoch abzugewöhnen, um das Eindringen von Bakterien, die zu Haufe an den Händen vertreten sind, auf ein Minimum zu reduzieren. Und wenn ihr es anfasst, dann wascht und desinfiziert euch im Voraus die Hände.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Bemerkt ihr eine Entzündung eures Bauchnabelpiercings, solltet ihr nicht allzu lange warten, um einen Arzt aufzusuchen. Damit ist nicht zu spaßen, denn sie können beispielsweise zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung führen oder aus einer anfangs kleinen Entzündung kann sich ein Abszess entwickeln. Geht ihr rechtzeitig zum Arzt (allerspätestens, wenn die betroffene Stelle eitert), kann dieser die Wunde optimal versorgen und euch eine spezielle Salbe mit Antibiotikum verschreiben, welche die Infektion des Piercings effektiv lindert.

Verwendete Quellen: Desired.de, Bunte.de

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