Psychologie: Die 9 Phasen einer toxischen Beziehung

Psychologie: Die 9 Phasen einer toxischen Beziehung

Jeder von uns kann hineingeraten: in eine toxische Beziehung. Und kommen wir mit einem narzisstischen und egoistischen Menschen zusammen, durchlaufen wir die folgenden 9 Phasen ...

*Triggerwarnung: Beschreibung physischer und psychischer Gewalt in einer Beziehung!*

Es ist etwas, von dem die meisten von uns bereits gehört haben, aber davon überzeugt sind, dass ihnen das niemals passiert: Die Rede ist von einer toxischen Beziehung. Wie so oft im Leben kann es allerdings ganz schnell anders kommen, als man denkt und schon steckt man in einer ungesunden Partnerschaft – unabhängig ob selbstbewusst oder nicht. Schließlich verstecken sich narzisstische Persönlichkeiten anfangs ganz geschickt hinter einer Traummann/Traumfrau-Fassade und zeigen erst im Laufe der Beziehung ihr wahres Gesicht. Und dann geht der Psycho-Terror auch schon richtig los ... Es ist eben eine richtige Beziehungsfalle: Hat sie erst einmal zugeschnappt, sind wir gefangen und es ist gar nicht so leicht, sich daraus zu befreien. Und während der gesamten Zeit – von Beginn bis nach dem Ende der giftigen Partnerschaft – durchlaufen die meisten Menschen diese 9 Phasen:

1. Das große Liebesglück

Besonders zu Beginn einer toxischen Beziehung würde man niemals meinen, dass sich das Ganze als absoluter Horrortrip entpuppt. Anfangs deuten nämlich alle Anzeichen auf pures Liebesglück. Der/die PartnerIn scheint sich richtig reinzuhängen, widmet euch 24/7 Aufmerksamkeit, überhäuft euch mit Komplimenten, spricht über langfristige Dinge wie den nächsten Urlaub, den Wunsch nach einer Ehe und Kindern und offenbart euch gegenüber ziemlich schnell Gefühle. Klingt im ersten Moment nach einem Traum, oder? Und genau das ist das Leckerli namens "Lovebombing", welches viele von uns fasziniert und letztendlich in die Falle lockt.

2. Dieses komische Gefühl ...

Kennt ihr dieses komische Gefühl in der Magengegend, was sich ausbreitet, wenn sich irgendetwas nicht richtig anfühlt? Auch wenn scheinbar alles auf eine perfekte Beziehung hindeutet und der/die toxische PartnerIn noch nicht die andere Seite von sich gezeigt hat, kann diese verheißungsvolle Ruhe vor dem Sturm innere Unruhe auslösen. Da die wenigsten dieses Gefühl allerdings richtig deuten können, geht es schließlich in die dritte Phase der toxischen Beziehung.

3. Der/die PartnerIn verändert sich

Das komische Gefühl schieben die meisten Menschen schnell wieder beiseite und fangen stattdessen an, sich so richtig wohlzufühlen und tiefe Gefühle für die Person aufzubauen. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem sich der/die PartnerIn verändert. Auf einmal werdet ihr herablassender behandelt, statt Komplimente kommen Aussagen wie "Warum schminkst du dich nicht mal häufiger?", "Du könntest ja abnehmen, um eine schmale Taille zu bekommen", oder "So einen tollen Freund wie mich findest du nicht so schnell", und euch wird mit dem veränderte Verhalten das Gefühl vermittelt, ihr seid weniger wert. Stück für Stück wird euer Selbstbewusstsein gebrochen.

4. Verwirrung

Auf der einen Seite ist da dieser Mensch, in den ihr euch verliebt habt und der mit einem zuckersüßen Verhalten euer Herz erobert hat, und auf der anderen Seite ist diese Person, deren verletzende Aussagen und Handlungen ihr kaum einordnen könnt. Keine Frage: Das sorgt für ordentlich Verwirrung. Dieses Hin und Her führt zu einer sogenannten kognitiven Dissonanz: Ihr versucht, die unterschiedlichen Versionen des Menschen miteinander in Einklang zu bringen. Tückisch ist zudem, dass ihr nach außen hin ein Bilderbuchpaar abgebt, da Familie und Freundeskreis ebenfalls auf die Fassade hereinfallen. Beziehungsfragen und eure Verwirrung werden daher oftmals nicht richtig verstanden.


©iStock/PeopleImages

5. Ihr habt das Gefühl, verrückt zu werden

Bei diesem Psychoterror ist es schließlich kein Wunder, dass ihr das Gefühl bekommt, verrückt zu werden. Immer seltener zeigt euch euer Gegenüber die anfangs so liebe Seite und viel häufiger bekommt ihr die fiese Persönlichkeit zu Gesicht, die stetig kälter und verletzender wird. Sprecht ihr eure/n PartnerIn darauf an, dann wechselt das Psychospiel auch schon auf die nächste Ebene: Denn oftmals wird euch in dieser Phase von dem Menschen suggeriert, dass ihr die Person seid, die verrückt wäre und sich das nur einbildet. Ihr stellt daraufhin natürlich die Realität infrage und sucht die Schuld bei euch. Dieses Phänomen ist auch bekannt als Gaslighting.

6. Ignoranz

Eine weitere Phase einer toxischen Beziehung ist auch bekannt als "Silent Treatment". Kurz gesagt: Ihr werdet zur Strafe mit Ignoranz bestraft – je nach dem kann es sich um ein paar Stunden, Tage oder aber auch Wochen handeln. Diese Form von psychischem Missbrauch führt euch immer weiter in den Teufelskreis einer toxischen Beziehung. Statt sich darüber im Klaren zu werden, dass dieses verletzende Verhalten alles andere als ok ist, sucht ihr vielmehr das Problem bei euch. Euer/eure PartnerIn schafft es dadurch, sich "noch interessanter" und euch nach dieser "Behandlung" noch abhängiger zu machen. 

7. Der Teufelskreis

Phase 6 ist schließlich auch der Wendepunkt. Zieht ihr nach dem "Silent Treatment" oder einem eskalierten Streit die Reißleine und könnt euch endgültig von dieser Beziehung lösen: Glückwunsch. Viele fallen allerdings auf die tückische Masche toxischer Menschen herein. Früher oder später melden sie sich wieder, versichern euch, dass sie euch vermisst hätten und ohne euch nicht leben können ... Der Teufelskreis beginnt und die vorherigen Phasen wiederholen sich immer extremer und führen dazu, dass ihr psychisch tiefer und tiefer in die Sache hineingeratet. 

8. Die Entscheidung

Irgendwann macht es jedoch Klick und man merkt, dass es so nicht weiter geht. Das ganze Hin und Her, die Demütigungen, teilweise sogar körperliche Gewalt ... Körper und Geist können diese Belastung nur eine gewisse Zeit aushalten und irgendwann kommt nach und nach das Bewusstsein auf, dass diese Beziehung nicht gesund ist. Spätestens dann ist es an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen und die sollte bestenfalls Trennung heißen, um aus dem toxischen Strudel zu entkommen.

9. Heilung

Das Ende einer toxischen Beziehung ist kaum vergleichbar mit einer "normalen" Trennung. Die Psychospielchen eines Narzissten hinterlassen seelische Wunden, die nicht von einem auf den anderen Tag verschwinden. All das Erlebte muss verarbeitet werden, das zerstörte Selbstbewusstsein muss aufgebaut werden und ihr müsst lernen, anderen wieder zu vertrauen. Schließlich ist nicht jeder Mensch toxisch ... In dieser Phase können Familie und Freunde oder auch eine Therapie eine große Stütze sein und euch zurück zu eurem wahren Ich führen. 

Verwendete Quellen: Toughtcatalog.com

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