Karo Kauer exklusiv im Interview: "Wer nur zufrieden ist, entwickelt sich nicht weiter"

Karo Kauer exklusiv im Interview: "Wer nur zufrieden ist, entwickelt sich nicht weiter"

Content Creatorin Karo Kauer ist auf Instagram richtig erfolgreich und inspiriert ihre Follower:innen täglich mit angesagten Looks. Das war auch ein Antrieb, ihr eigenes Modelabel zu gründen. Wir haben mit der Powerfrau über ihre Selbstständigkeit, kommende Mode-Trends und ihren privaten Zukunftswunsch gesprochen.

© Jeremy Moeller
Mit der Gründung ihres eigenen Fashion-Brands ließ Karo Kauer einen großen Traum Wirklichkeit werden

Karo Kauer ist Influencerin, Zweifach-Mama und Unternehmerin. Von ihrer Community auf Instagram wird die Content Creatorin vor allem für ihre Natürlichkeit und ihren unverwechselbaren Look geliebt. Coole Oversize Shirts, Boots, Jogger und Blazer machen den Style der Fashionista nämlich perfekt. Aus ihrer Leidenschaft für Must-haves aus der Modewelt hat Karo längst ein Business gemacht und gründete ihr eigenes Fashion-Label. Im Interview mit GRAZIA hat sie sich unseren Fragen gestellt und spricht nicht nur über ihren Erfolg, sondern auch Zweifel, die dazu gehören, die größten Mode-Trends, die uns im Herbst und Winter erwarten, sowie ihre ganz persönliche Vorstellung ihrer Zukunft – und vieles mehr.

1. Du hast dein eigenes Fashion-Label gegründet. Wie ist die Idee entstanden?

Schon immer hatte ich großen Spaß daran, unterschiedliche Looks zu kreieren. Teilweise stand ich früher stundenlang vor dem Kleiderschrank und habe verschiedene Outfit-Kombi-Möglichkeiten ausprobiert. So entstand übrigens auch mein Instagram Account, auf dem ich meine Outfits teilte. Bereits in dieser Zeit entwickelte sich mein Traum eines eigenen Fashion Stores. Als ich irgendwann im Rahmen meiner ersten Fashion Kooperation gemerkt habe, dass andere auch Interesse daran haben, was ich da so mache, wollte ich dann meinen Traum in die Realität umsetzen. Deshalb bin ich umso glücklicher, dass die Gründung des Labels so verlief, wie sie verlief und dass ich dieses Jahr tatsächlich meinen ersten Store eröffnen darf.

2. War es für dich eine schwere Entscheidung, dich mit deiner eigenen Brand selbstständig zu machen?

Eigentlich gar nicht. Ich muss jedoch auch zugeben, dass ich gar nicht so lange darüber gegrübelt habe. Als sich die Chance ergeben hat, habe ich es einfach "gemacht". Anfangs lief das tatsächlich eher etwas nebenher, bis ich irgendwann bemerkt habe, dass die Nachfrage sehr hoch ist. Allerdings hätte ich mir nie erträumen lassen, dass sich das Label so entwickeln wird.

3. Neben deiner Tätigkeit als Influencerin und deinem Fashion-Label hast du außerdem eine Konsultingfirma aufgebaut. Was genau treibt dich an?

Eines der schönsten Dinge an dem Label ist für mich, dass ich glaube, dass die Mitarbeiter:innen Spaß an der Arbeit haben, gerne ins Office kommen, einen tollen Arbeitsplatz haben und wir es lieben, gemeinsam Ideen und Konzepte zu entwickeln. Zum einen wollte ich es nicht bei den aktuellen Möglichkeiten belassen und stehenbleiben, sondern weitere Möglichkeiten schaffen und Türen öffnen. Zum anderen habe ich gemerkt, dass es in der Influencer-Branche einen enormen Bedarf an Beratungsleistungen gibt. Ich wollte mich anfangs einfach mit anderen Unternehmen, Labels, Creator:innen vernetzen und dachte dann, dass ich meine Learnings aus dem Aufbau des Labels und meiner eigenen Selbstständigkeit gerne weitergeben möchte.

4. Was würdest du anderen Frauen raten, die über den Schritt zur Selbstständigkeit nachdenken?

Wenn nicht jetzt, wann dann? (Sorry, falls du jetzt einen Ohrwurm hast). Ich habe jedoch gelernt, dass es sich oftmals lohnt, Risiken einzugehen und ich glaube, dass man versuchen sollte, die Angst vor dem Scheitern abzulegen. Scheitern wird man immer wieder, das ist eigentlich fast sicher. Aber nur so kann man sich selbst weiterentwickeln und seine Träume verwirklichen. Solange man authentisch und sich selbst treu bleibt.

5. Ein eigenes Unternehmen mit 50 Mitarbeiter:innen zu führen, ist eine große Verantwortung. Gibt es auch bei dir Momente, in denen du an dir zweifelst?

Eine große Verantwortung, die ich mit Spaß und Leidenschaft tragen will. Tatsächlich zweifele ich jedoch ständig und zu jeder Zeit an mir und denke über Vieles doppelt nach. Schließlich mache ich den Job zum ersten Mal in meinem Leben. Häufig frage ich mich dabei, ob ich meinem Bauch oder meinem Kopf folgen soll. Generell glaube ich jedoch, dass das ein Stück weit normal ist und sicherlich auch etwas Positives hat. Wer nur zufrieden ist, entwickelt sich nicht weiter.

© Felix Pinzke

6. Mit deinen Looks inspirierst du deine Follower:innen täglich. Welche Kleidungsstücke dürfen für dich in keinem Kleiderschrank fehlen?

Auf jeden Fall (Oversized) Blazer. Ich liebe sie in jeglichen Farben, da man sie so gut einsetzen kann. Lässig mit Hoodie, schick mit Top oder Bluse, fashy mit Cycling Shorts und Cropped Top oder sogar in Kombi mit einer Joggerpants. Außerdem finde ich, dass weiße Basic Shirts (Oversized, wer hätte es gedacht) einfach immer gehen.

7. Was sind die drei größten Herbst/ Winter-Trends, die uns 2022/23 erwarten?

Ich denke, dass wir wieder sehr große Oversized Jacken und Westen sehen werden, evtl. noch weiter geschnitten als vergangenes Jahr. Cropped Blazer mit Schulterpads, Velvet sowie Glitzer und Glam werden viele Pieces schmücken. Zudem werden dunkle Farben mit knalligen Neon-Akzenten kombiniert. Bei Männern kommen vermutlich wieder Cargo Hosen zum Einsatz.

8. Du hast deinen persönlichen Stil längst gefunden. Was kannst du Frauen raten, die hier noch unsicher sind?

Naja, auch ich entwickle meinen Stil immer weiter und trage einfach das, worauf ich Lust habe. Zudem würde ich raten, sich einfach von anderen Inspiration zu holen. Oftmals kann man sich durch Farb- und Schnittkombinationen inspirieren lassen oder diese mit eigenen Pieces nachstylen, ohne dass Looks eins zu eins kopiert werden müssen. Generell gilt jedoch immer: Das zu tragen, worin man sich wohl und zuhause fühlt und man selbst sein kann.

9. Woher nimmst du deine Inspiration für neue Designs und Kollektionen?

Eigentlich von überall. Farbkombinationen an Hauswänden oder in Parkhäusern, Insta oder Pinterest, Onlineshops oder Begegnungen auf der Straße inspirieren mich ständig. Ich versuche, einfach immer und überall die Augen offen zu halten.

© Jennifer Moor

10. Als Influencerin teilst du viele Eindrücke aus deinem Leben und gibst auch ganz private Einblicke. Hast du das schon einmal bereut?

Eigentlich nur in Bezug auf meine Kids. Ich habe selbst zwar keine prägende Erfahrung damit gemacht, dass ich anfangs Bildern mit meinen Kindern veröffentlicht habe, dennoch empfinde ich persönlich es heute einfach als richtig, sie nicht so offensichtlich zu zeigen.

11. Wir spulen fünf Jahre vor – wo siehst du dich dann ganz persönlich?

Diese Frage mag ich nicht so gerne (haha). Vermutlich, weil es mir schwer fällt, hierauf eine Antwort zu finden, da ich vor fünf Jahren auch niemals dachte, dass ich an diesem Punkt in meinem Leben sein werde, an dem ich jetzt bin. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann, dass es meiner Familie und meinem Umfeld gut geht und alle gesund sind. Beruflich habe ich mir das Ziel gesetzt, das Label und die Konsulting weiter auszubauen und wünsche mir, dass alle Mitarbeiter:innen weiterhin gerne zur Arbeit kommen.

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