Lifestyle

Besenreiser entfernen: Das sind die besten Methoden

Von Kim.Kraft am Mittwoch, 10. Oktober 2018 um 14:50 Uhr

Kleine sichtbare Äderchen an den Beinen sind unheimlich nervig für viele Frauen und machen kurze Röcke zu einer echten Qual. Was ihr dagegen tun könnt und wie ihr Besenreiser wegbekommt, verraten wir euch hier. 

Es könnte alles so locker leicht sein, wenn da diese blöden Äderchen nicht wären, die sich hässlich durch die Haut abzeichnen – als hätten wir mit Cellulite nicht schon genug zu tun! Und hilfreich ist es definitiv nicht, dass man überall, von Zeitschriften über den Fernseher bis hin zur Straße, scheinbar perfekte Beine sieht. Models wie Adriana Lima und Co. stellen ihre unendlich langen, gebräunten und trainierten Beine regelmäßig zur Schau und rocken so jedes kurze Kleidchen. Für einige Frauen sind diese Bilder eine echte Qual, denn für sie ist an so einen Auftritt schlichtweg nicht zu denken: Knapp 60 Prozent der Frauen (und Männer zwischen 20 und 29) sind von Besenreisern betroffen. Zum Glück ist dieser Umstand nur in den wenigsten Fällen eine Krankheit, für die meisten ist es aber trotzdem ein großes ästhetisches und kosmetisches Problem.

Was sind Besenreiser eigentlich?

Besenreiser sind nicht zu verwechseln mit Krampfadern – diese sind nämlich tatsächlich medizinisch gefährlich. Besenreiser sind hingegen kleinste, erweiterte Hautvenen, die mit ihren Verästelungen violett oder blau durch die Haut schimmern. Diese Venen liegen direkt in der Oberhaut und dadurch sichtbar, sie treten netz- oder fächerförmig auf. Besenreiser sind allerdings eine From von Krampfadern. Von weitem sehen sie häufig wie ein blauer Kleck aus, von näherem sieht man die feinen Äderchen – ihren Namen haben sie aufgrund ihres Aussehen, denn sie erinnern an einen Reisigbesen.

Wie bekommt man Besenreiser?

Wie oft haben wir schon etwas über das Bindegewebe gehört. Und wie oft haben diejenigen unter uns, mit einem schwachen Bindegewebe – welches unter anderem eben auch für Cellulite verantwortlich ist – dieses verflucht? Genau dieses Bindegewebe ist auch für die Besenreiser verantwortlich. Am häufigsten finden wir Besenreiser an den Beinen, aber auch das Gesicht kann teilweise betroffen sein. Hier treten die Äderchen aber meistens nur vereinzelt auf. Ob man Besenreiser bekommt oder nicht, liegt in der Veranlagung. Aber auch eine Stauung im Venensystem kann Besenreiser hervorrufen. 

Die sichtbaren Äderchen in der Oberhaut unserer Beine entstehen dadurch, dass permanent erhöhter Druck auf den Venen liegt. Durch diesen Druck verlieren die Adern ihr Elastizität und weiten sich. Grund hierfür ist ein permanent erhöhter Druck, durch den die Venen ihre Elastizität verlieren und sich weiten. Als rot-bläulich geschlängelte Gefäßstrukturen werden sie dann sichtbar, weil Blut in diesen ausgeleierten Venen versackt und nicht weiterfließt. 

Besenreiser: Wie bekommt man sie weg?

Ihr solltet mit diesem Problem zu einem Spezialisten gehen, denn nur durch eine Untersuchung kann festgestellt werden, ob es sich bei euch um ein rein ästhetische Problem handelt oder ihr vielleicht von einer tieferliegenden Venenkrankheit betroffen seid. Venenspezialisten haben die neusten Erkenntnisse und wissen, welche Behandlungsmethode die beste für jeden Einzelnen ist. 

Bevor eine Behandlung gegen Besenreiser erfolgt, sollte sich der Arzt mithilfe eines speziellen Ultraschallgeräts eure Venen genauer anschauen, um vielleicht doch tieferliegende Venenerkrankungen auszuschließen und mit einer geeigneten Behandlung fortzufahren. 

Besenreiser Veröden

In der Fachsprache "Sklerosierung" genannt, ist diese Methode die wohl verbreitetste. Es handelt sich dabei um eine Behandlung, bei der in die winzigen Venen ein Mittel gespritzt wird, welches die Venen verödet. Dieses Mittel verklebt die Wände der Venen und sorgt somit dafür, dass sie nicht mehr durchblutet werden. Der Körper baut sie dann langsam ab und nach einigen Wochen verblassen sie und sind nicht mehr sichtbar. 

Bei dieser Behandlungsmethode muss der Patient für einige Tage vom Arzt verordnete Kompressionsstrümpfe tragen und die Sonne bzw. das Solarium meiden. Andernfalls kann es, durch eine Reaktion des Mittels in Verbindung mit der Sonne, zu einer bräunlichen Verfärbung der Haut an dieser Stelle kommen. Die Behandlung muss mehrere Male durchgeführt werden, da das Ergebnis sich häufig erst nach mehreren Sitzungen einstellt und man so mehr Besenreiser veröden kann, als nach nur einer Behandlung. Direkt nach der Behandlung sind blaue Flecken keine Seltenheit, erst nach einigen Wochen ist das endgültige Ergebnis sichtbar. 

Microschaum

Diese Behandlung ist dem Veröden durch Spritzen ähnlich. Das Mittel, welches hier verwendet wird, kommt bloß in einer speziellen Schaumform daher. Sowohl die Erfolgsrate als auch die möglichen Nebenwirkungen sind die gleichen wie bei den Spritzen.

Die Behandlung mit Schaum ist von den Deutschen Behörden bei kleineren Besenreisern nicht zugelassen. Daher wird der Schaum hautsächlich bei größeren Krampfadern verwendet. Im Rahmen der Therapiefreiheit des Arztes kann sie aber als Off-Label-Anwendung durchgeführt werden.

Lasern

Eine weitere Methode ist das veröden der Venen durch einen Laser. Die Energie des Lasers verödet die Venen von außen. Diese Methode eignet sich besonders für sehr feine Äderchen. Narben werden bei dieser Behandlung nicht hinterlassen, allerdings kann es zu Pigmentveränderungen kommen. Auch bei dieser Behandlungsmethode muss der Patient mehrere Termine einplanen und im Anschluss Kompressionsstrümpfe tragen. Oftmals wird das Lasern auch mit dem Veröden durch Spritzen kombiniert, um den bestmöglichen Erfolg zu garantieren und auf jeden Besenreiser, je nach seiner Begebenheit, speziell reagieren und ihn behandeln zu können.

Behandlung mit Radiowellen, Strom oder Licht

Diese Methoden werden zwar häufig als Option genannt, allerdings sind sie nicht zu empfehlen, da die Wirksamkeit nicht wissenschaftlich belegt ist.

Blutegelbehandlung als Naturheilkunde

Wir geben zu, die Vorstellung von Blutegeln, die uns aussaugen, finden wir fast noch schlimmer, als die kleinen Einstiche einer Spritze, aber vielleicht will der ein oder andere von euch erstmal die "natürlichste" Variante ausprobieren. Bei dieser Art der Therapie werden Blutegel in die Nähe der Besenreiser gesetzt. Während sie das Blut aussaugen, scheiden sie gerinnungs- und entzündungshemmende Stoffe aus, die die Äderchen nach knapp einer halben Stunde Behandlung kaum mehr sichtbar hinterlassen. Die Egel fallen übrigens selbst ab, wenn sie sich vollgesaugt haben, was etwa nach 30 Minuten der Fall ist. Ein sehr großer Nachteil dieser Methode ist, dass sich die geweiteten Adern leider recht schnell wieder mit Blut füllen können und die Besenreiser so wieder zurück kommen.

Wo lasse ich die Behandlung durchführen?

Um sich allgemein erst einmal zu Informieren und die Lage abzuklären, ist ein Besuch beim eigenen Hautarzt ratsam. Euer Arzt kennt euch hoffentlich gut und ihr habt ein solides Vertrauensverhältnis zu ihm aufgebaut. Viele Hautärzte bieten die Behandlung von Besenreisern in den eigenen Praxisräumen an oder kennen zumindest eine Kollegin oder einen Kollegen, der Experte auf diesem Gebiet ist und in dessen Hände sie sich begeben können. Die Venenspezialisten findet man auch unter dem Namen "Phlebologie". 

Oma's Tipps und Tricks

Wie bei jedem anderen Problemchen, gibt es auch gegen Besenreiser Hausmittelchen aus Großmutters Heimapotheke. Für all jene, die von einem Besuch beim Arzt absehen wollen oder einfach auf die Natur vertrauen, die können unreife Tomaten beziehungsweiße keimende Kartoffeln zur äußeren Anwendung verwenden. Um deren Reifeprozess voranzutreiben, wird das Alkaloid Solanin in dem Gemüse und der Knolle produziert, welches bei äußerer Anwendung – vom Verzehr wird abgeraten – Hautprobleme lindern kann. Gegen Besenreiser legt ihr Scheiben auf die betroffenen Stellen und lasst das natürliche Gift für drei Minuten einwirken, bevor ihr es wieder entfernt und eure Haut eincremt. Nach zwei Wochen sind die ersten Ergebnisse zu sehen.

Ein weiterer Tipp aus dem Hausmittel-SOS-Handbuch ist Apfelessig, dieser sagt durch seine durchblutungsfördernden Eigenschaften den Besenreisern den Kampf an. Mit einem Wattebausch tupft ihr den Essig drei Mal täglich auf die betroffene Stelle und nach vier Wochen könnt ihr die ersten Ergebnisse erwarten.

Cremes, die gegen Besenreiser helfen

Wer bei seinen Besenreisern selbst Hand anlegen will, der kann das ganz einfach mit verschiedenen Cremes tun. Hierfür eignet sich beispielsweise die Rosskastanien-Weinlaub-Creme, die dank Getreidekeim-, Jojoba-, und Avocadoöl nicht nur eine wohltuende Wirkung gegen müde und schwere Beine hat, sondern auch die Gefäße und Venen schützt und dafür sorgt, dass diese gut durchblutet werden. Rosskastanien sollen übrigens – durch den enthaltenen Wirkstoff Aescin – ebenfalls Abhilfe schaffen und das Ausströmen von Flüssigkeit ins Gewebe verringern – auch bei Wassereinlagerungen in den Beinen soll die Pflanze Linderung verschaffen. Diese Methode stellt zwar keine komplette Entfernung der Besenreiser in Aussicht, die Rosskastanien-Creme kann aber eine leichte Besserung bewirken. Wer das Produkt von Sanct Bernhard testen will, der findet es bei Amazon für gerade einmal ca. 13 Euro.

Noch ein echter Bestseller, der sogar rein natürlich ist und ebenfalls die Durchblutung der Beine und auch die Venen stärkt, ist die Ringelblumensalbe von Enzborn für ca. 10 Euro. Diese wirkt nämlich nicht nur entzündungshemmend und lässt Schwellungen zurückgehen, sondern repariert auch geschädigtes Gewebe. Wer sie an betroffenen Stellen anwenden will, sollte deshalb diese Bereiche großzügig in kreisenden Bewegungen einreiben. Gerade am Abend bietet es sich an die Lotion anzuwenden, da sie sehr ergiebig ist. Allerdings sollte euch bewusst sein, dass, auch wenn das Produkt Besserung verspricht, es keiner operativen Entfernung dieser gleichkommt. Ein kleiner Tipp: Die Ringelblumensalbe sagt auch rauen Händen den Kampf an.

Wer neben dem schmerzenden Gefühl in den Beinen auch die Sichtbarkeit der Besenreiser reduzieren will, der kann das mit dem pflegenden Balsam von Allgäuer Latschen Kiefer tun. Die Lotion enthält ebenfalls Jojobaöl, Rosskastanie und Weinlaubextrakt zu Linderung der schmerzenden Beine. Zusätzlich soll hier aber insbesondere Kollagen dafür sorgen, dass die Besenreiser nach regelmäßiger Anwendung verblassen. Achtet darauf, dass ihr die Creme regelmäßig und über einen längeren Zeitraum hinweg anwendet. Für ca. 12 Euro bekommt ihr diese Salbe bei Amazon.

Übungen, um die Venen fit zu halten

Mit einigen Sportübungen könnt ihr den bösen Besenreissern vorbeugen, sie aber leider nicht nachträglich wegtrainieren. Hier sind die besten Übungen, die eure Beine besser durchbluten und so vor den Äderchen schützen:

1. Legt euch auf den Rücken – am besten auf eine Matte oder auf den Boden, damit ihr einen geraden Rücken habt – hebt dann eure Beine in die Lust und streckt und winkelt eure Füße abwechselnd an.

2. Das klassische Fahrradfahren, einfach wieder auf den Rücken legen, Beine in die Luft und mit den Beinen die typischen Bewegungen wie beim Fahrradfahren nachmachen.

3. Auch gut für die Wadenmuskulatur – aber in diesem Fall besonders für die Venen – ist es, wenn ihr eure Füße abrollt. Das heißt, ihr stellt euch hin und hebt erst die Zehenspitzen an und dann rollt ihr über den Fuß ab und stellt euch auf die Zehenspitzen. Kleiner Tipp: Haltet euch ruhig fest, sonst seid ihr zu sehr auf euer Gleichgewicht konzentriert und nicht so sehr auf die Übung. Absolutes Plus bei dieser Übung: Man kann sie einfach überall machen! Egal, ob beim Warten in der Supermarktschlange, beim Zähneputzen oder beim Stehen am Herd.

4. Auch Dehnübungen für eure Beine sind immer sehr gut, um die Durchblutung eurer Beine anzuregen und euren Venen so etwas Gutes zu tun. Hier könnt ihr beispielsweiße die Klassiker machen, wie etwa das Dehnen eures vorderen Oberschenkels durch das "in den Hintern treten" oder die Rückseite des Beines dehnen, indem ihr euren Fuß auf einen Stuhl oder ähnliches stellt und die Fußspitzen zu euch heranzieht.

Bis dahin: Camouflage-Make-Up!

Für diejenigen, die auf ihre Behandlung noch warten und in der Zwischenzeit trotzdem nicht auf kurze Röcke und Co. verzichten wollen, oder für diejenigen, die nur einen kleinen Bereich haben, wo sich die Äderchen zeigen, für die ist Camouflage-Make-up die perfekte Lösung. Dieses enthält 50 Prozent mehr Farbpigmente als herkömmliche Foundations und wird auf Öl- und Wachs-Basis hergestellt, wodurch es wasser- und abriebfest ist. Die Farbe für den eigenen Hautton muss oftmals angemischt werden. Dann ist es ratsam, einen Hautton mit Grünpigmenten anzumischen, da diese, als Gegenfarbe zu rot, die bläulich-rote Farbe der Besenreiser am besten kaschiert. 

 

Weitere spannende und wichtige Themen rund um eure Beine, findet ihr in diesen Artikeln: 

7 schnelle Tipps gegen Wassereinlagerungen im Sommer

Jeans: Diese 10 Modelle zaubern dir schlanke Beine

5 Tipps und Tricks zum Thema Waxing

Themen
Artikel enthält Affiliate-Links