Beziehungsunfähig: Das sind die Gründe und wie es trotzdem mit der Liebe wird

Beziehungsunfähig: Das sind die Gründe und wie es trotzdem mit der Liebe wird

Eure Beziehungen gehen regelmäßig in die Brüche und ihr fragt euch, woran das liegen könnte? Wir verraten euch, ab wann jemand als beziehungsunfähig gilt und wie ihr Bindungsangst Step by Step überwinden könnt.

Frau sitzt traurig auf dem Bett mit ihrem Mann
© iStock/EmirMemedovski
Wer keine feste Beziehung möchte, gilt häufig als beziehungsunfähig. Wir haben die möglichen Gründe dafür herausgefunden ...

Richtig Liebeskummer, weil eine Beziehung zerbrochen ist, hatten wir doch alle schon mal. Da hilft nur Ablenkung, sich richtig ausweinen, Netflix und eine*n richtig gute Freund:in zum Quatschen. Wenn ihr allerdings einen Heartbreak nach dem anderen erlebt, können Gedanken aufkommen, woran das liegen könnte. Viele fragen sich: Liegt es an mir oder meinem*r Partner:in? Tatsächlich tendieren einige Menschen dazu, sich selbst als beziehungsunfähig zu bezeichnen oder es buchstäblich zu sein. Wir verraten euch, wie ihr erkennt, ob ihr selbst oder euer*e Partner:in beziehungsunfähig ist und wie ihr es Schritt für Schritt aus der Bindungsangst herausschafft.

Das sind Ursachen für Beziehungsunfähigkeit

Vorab müssen wir klarstellen, dass beziehungsunfähige Menschen sich grundsätzlich nach einer festen Partnerschaft sehnen, allerdings halten ihre Beziehungen nie länger als ein paar Monate oder nur wenige Jahre. In der Psychologie ist das Thema nicht unumstritten, da man nach Psychologen:innen nicht beziehungsunfähig auf die Welt kommt, sondern sich diese bestimmte Verhaltensweise im Laufe eines Lebens entwickelt und vertieft. Männer und Frauen sind außerdem gleichermaßen von einer Unfähigkeit betroffen, es gibt kein Geschlecht, was mehr zur Bindungsangst tendiert. Was letztendlich zur Beziehungsunfähigkeit führt, liegt an der persönlichen Mentalität und an erlebten Traumata. Wir haben ein paar Ursachen zusammengestellt, die zu einer Beziehungsunfähigkeit führen können:

Bindungsangst

Entweder haben wir folgendes Szenario selbst erfahren oder unser*e beste*r Freund:in. Auf die Frage: "Was ist das nun mit uns?" nach einer längeren Kennlernphase macht sich der*die potenzielle Partner:in direkt aus dem Staub. Das ist einfach ein richtiger Stich ins Herz, wenn man sich selbst schon eine schöne Beziehung ausgemalt hat. Bindungsängste gelten als Hauptgrund für das Scheitern von Partnerschaften oder gar das Eingehen von neuen Beziehungen. Ein häufiger Grund für eine Bindungsangst sind schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit, wie zum Beispiel bei Scheidungskindern. Wenn man eine Trennung miterlebt hat, dann können sich laut einer Studie unterbewusst Schmerz und Ängste vor Bindungen entwickeln. Der Zusammenhang zwischen Scheidungen und späteren Bindungsängsten ist also gut untersucht.

Angst davor, sich selbst aufzugeben

Kompromisse sind für einige Menschen ein Fremdwort und können nur schwer eingegangen werden. Tatsächlich sind Kompromisse in einer Beziehung aber sehr wichtig zu schließen, damit eine Partnerschaft auch funktioniert. Jeder hat gewisse Ecken und Kanten, die es lieben zu lernen gilt. Manche Menschen sind aber nicht dazu bereit, etwas von sich aufzugeben oder zu verändern und durchkreuzen so die Zukunftspläne des Gegenübers. Wenn man zum Beispiel an das Thema "Kinderwunsch" denkt, kann das zu einer heiklen Angelegenheit werden, und zum Beispiel einen Mann, der karriereorientiert ist, in große Angst versetzen. Für ihn würde das Kinderwunsch-Thema einer Selbstaufgabe gleichkommen, was am Ende zu einer Bindungsangst führt. In einer Partnerschaft ist es also wichtig, sich nicht natürlich komplett vorne- oder hintenanzustellen, sondern eher die Zukunft so zu planen, sodass beide Partner:innen am Ende glücklich sind.

Der Job geht über alles

Karriere ist für viele Menschen wichtig – sowohl für Männer als auch für Frauen. Wenn dann noch der Traumberuf zum Greifen nah ist und die Karriereleiter weit nach oben geklettert werden kann, kann dies zum potenziellen Beziehungskiller werden. Sobald das Büro Vorrang hat und die Überstunden gerne in Kauf genommen werden, muss der Partner:in zurückstecken. Wenn also eure Ziele im Leben ein Haus, ein Kind und ein Hund sind, passen Karrieremenschen eher weniger zu euch.

Angst, etwas zu verpassen

Viele sagen, dass grade Männer dazu tendieren, aus Angst etwas zu verpassen, auf Beziehungen verzichten. Tatsächlich macht sich das Gefühl bei beiden Geschlechtern breit und viele lieben die Experimentierfreudigkeit. Super beliebt ist deshalb bei solchen Menschen Freundschaft Plus. So muss man sich nicht festlegen, kann aber dennoch Spaß haben und gewisse Freiheiten genießen. Viele Menschen sind dabei auch unaufhörlich auf der Suche nach Bestätigung und sie werden im fortgeschrittenen Alter gerne mal davon abgehalten, sich endgültig zu binden.

Engstirnigkeit

Ihr habt konkrete Vorstellungen von eurer*m Traumpartner:in? Am besten sollte er oder sie eine bestimme Größe, Haarfarbe oder Musikgeschmack haben? Diese Ansprüche können dazu führen, dass ihr etwas engstirnig an die Partnersuche rangeht und das euch regelrecht beziehungsfähig machen kann. Konkrete Vorstellungen sind keinesfalls verwerflich, allerdings solltet ihr eure Ansprüche etwas lockern, wenn eure Liste Hunderte Punkte aufweist. Jeder Mensch hat Ecken und Kanten, kann aber trotzdem zu euch passen. Es lohnt sich jeder*m eine Chance zu geben.

Illustration Beziehungsaus
© iStock/Viktoriia Ilina

Wie äußert sich eine Bindungsangst?

Wenn auf eure*n Partner:in die folgenden Fakten zutreffen oder ihr selbst diese Gedanken oder diese Aussagen getätigt habt, könnte das auf eine Beziehungsunfähigkeit hindeuten:

  • Alle bisherigen Beziehungen waren nur von kurzer Dauer
  • Ihr oder euer Gegenpart investiert mehr Zeit in die Beziehung, sodass die Balance nicht ausgeglichen ist
  • Äußerungen sind gefallen wie "ich möchte keine Beziehung" oder "ich möchte meinen Freiraum"
  • Zukunftsthemen sind ein No-Go
  • Emotionslosigkeit und Unentschlossenheit
  • Kompromissbereitschaft ist ein Fremdwort
  • Ihr kritisiert eure*n Partner:in oder er oder sie euch ständig und es kommt häufig zu Streitereien

So kommt ihr Schritt für Schritt aus der Beziehungsunfähigkeit

Falls die oben genannten Punkt auf euch zutreffen, geben wir euch Tipps, wie ihr aus eurer Bindungsangst und Beziehungsunfähigkeit herausschafft. Falls die Punkte auf eure*n Freund:in zutreffen, könnt ihr natürlich auch ihr oder ihm die Tipps mit an die Hand geben:

Schritt 1: Beginnt leicht, um Muster zu durchbrechen

Auch wenn der Schritt vielleicht am schwersten ist, kann eine Therapie zum Beispiel beim Aufarbeiten von Traumata und beim Lösen von Problemen aus der Vergangenheit helfen. Falls ihr eine Therapie aber nicht für nötig erachtet, können auch Meditationen und auch der Austausch mit Freunden:innen helfen.

Schritt 2: Partnersuche soll Spaß machen

Verlasst eure Komfortzone. Eine Sehnsucht nach Liebe und Bindung schlummert in jedem von uns, auch wenn ihr beziehungsunfähig erscheint. Ihr solltet deshalb nicht versuchen, der Liebe aus dem Weg zu gehen, sondern es wagen. Die Garantie, nicht verletzt oder verlassen zu werden, werdet ihr nie im Leben haben, allerdings sollte das kein Grund sein, sich in ein Schneckenhaus zu verkriechen.

Schritt 3: Bleibt immer positiv

Wenn ihr nach außen Negativität, Unsicherheit und Ängste ausstrahlt, werdet ihr auch Gleiches anziehen. Geht stattdessen viel positiver an die Partnersuche heran. Es bringt also nichts, sich einfach als beziehungsunfähig zu betiteln, wenn ihr zum Beispiel immer Pech hattet, verlassen wurdet oder ihr bestimmte Probleme habt. Es gibt da draußen jemanden, der zu euch passt.

 

Quellen: d-nb.info/1191667995/34, parship.de, focus.de

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