Macht Bildung wirklich sexy?

Macht Bildung wirklich sexy?

Die Antwort ist schlicht – JA! Es folgt ein ABER… Natürlich nur, wenn nicht der Besserwisser und Oberlehrer präsent ist, sondern Wissen in Gesprächen durchblitzt und beeindruckt. Idealerweise ist das Wissen breit gefächert und nicht eine Inselbegabung, die nur wenige teilen.

© iStock/Todor Tsvetkov
"Intelligenz macht sexy!" – an diesem Sprichwort ist so einiges dran und im Artikel lest ihr alle Details dazu

Bildung – Karriere – Level of Sexyness

Es liegt auf der Hand, dass Bildung mitbestimmt, inwiefern wir Karriere machen. Gesellschaftlich sind bestimmte Berufe immer noch höher angesehen, als andere. Anwalt, Arzt oder Lehrer gelten als höchstseriös und entsprechend sind die Schwiegereltern glücklich, wenn das Kind in Partner- und Berufswahl ein gutes Händchen haben. Sehen die Eltern in erster Linie den finanziellen Aspekt (das Kind ist gut versorgt), so himmeln Verliebte jedoch den Charme, den Humor und ein ansprechendes Äußeres an, bevor der Geldbeutel eine Rolle spielt.

Die Leistungsgesellschaft funktioniert nur durch Wissen und Können. Und glücklicherweise werden Kinder wieder mehr als Individuen verstanden und die Lernangebote auf die Voraussetzungen abgestimmt. Damit ist die Chancengleichheit zwar noch nicht gewährleistet, jedoch ist dies die Basis für Kinder, ihre Potentiale bestmöglich zu entdecken, zu nutzen und zu entfalten.

Das Lernen wird nicht mehr nur auf die Schulzeit begrenzt. Lebenslanges Lernen, ist der Slogan der Zeit. Immer mehr Menschen zeigen großes Interesse an Bildung und sind bereit, ihre Freizeit zu opfern, um sich Wissen anzueignen oder sich beruflich weiterzubilden.

Im Grunde ist es eine Kettenreaktion. Eine gute Bildung führt dazu, auf der Karriereleiter emporsteigen zu können. Eine gute Position im Beruf, scheint vielen begehrenswert zu sein.

Die Geschlechterrollen und die Gleichberechtigung

Es heißt, Intelligenz wird auch durch den Zeitpunkt der Geburt bestimmt und dass einige Sternzeichen von Natur aus intelligenter sind als andere. Hier wird nicht zwischen den Geschlechtern unterschieden. Die Praxis zeigt aber, dass sich trotz der voranschreitenden Gleichberechtigung, die Meinung zu höheren Positionen im Beruf noch immer unterscheiden. Wird Männern zugestanden, dass Bildung sexy macht, so schreckt Wissen bei Frauen die Männer oft ab. Noch ist in den Köpfen der Glaubenssatz zu fest verankert, dass der Mann der "Kopf" der Familie ist.

Beziehungen auf Augenhöhe streben wir fast alle an, doch der latente Wunsch, zum Partner aufsehen zu können, besteht ebenfalls. Klar, dass dies widersprüchlich ist. Hier ist die Gesellschaft gefragt. Gleiche Gehälter, die unabhängig vom Geschlecht bezahlt werden sind ein Schritt, veraltete Glaubenssätze zu relativieren.

Die Diskussionen um Frauenquoten und den „alten weißen Mann“ spalten eher, als dass sie verbinden. Tatsache ist doch, dass Frauen oft genug nicht anerkennen, dass ein Mann genauso gut oder besser qualifiziert ist und Männer verächtlich auf die Quotenfrau schauen, wenn es zu entsprechenden Besetzungen kommt. Die Bildung steht hier überhaupt nicht im Vordergrund, weil Kämpfe aus Neid und Machtgier auf Kosten der Gleichberechtigung ausgetragen werden sollen.

Was sagt uns das?

Keine Panik, niemand muss jetzt hinter Lehrbüchern versauern. Instinktiv haben wir noch andere Prioritäten, die bestimmen wie sexy Jemand für uns ist. Bildung taucht da erst weiter hinten auf. Und ganz nüchtern betrachtet – nur klug ist noch lange nicht anziehend. Die Persönlichkeit muss stimmen und hier punkten Menschen mit Empathie, Charisma und Kommunikationsfähigkeit. Nicht umsonst gelingt es einigen Zeitgenossen, mit vielen Worten über ihre Unkenntnis hinwegzutäuschen.

Außerdem gibt es so viele Wege, etwas zu lernen, dass jeder seinen Wissensstand verbessern kann. Podcasts, Videos, Lernapps oder Spiele vermitteln so viel Praxiswissen, dass damit auf Partys geglänzt werden kann. Denken wir nur an Monoploly oder die Spiele zu Quizsendungen.

Letztendlich lernt jeder in erster Linie für sich selbst und nicht für andere. Oft wird allein für den Ehrgeiz zu lernen schon Respekt gezollt, wenn beispielsweise unter erschwerten Bedingungen Schul- oder Berufsabschlüsse nachgeholt oder Aufstiegsqualifizierungen absolviert werden.

Small Talk – Mit Wissen glänzen

Fachwissen spielt selten eine Rolle, wenn es darum geht, sexy zu sein. Ein breites Allgemeinwissen jedoch ist unbezahlbar. Jeder hat andere Interessen und gleiche Interessen sorgen für Gesprächsstoff. Small Talk ist mehr, als der Austausch über Niederschläge oder Sonnenschein. Wenn sich Gesprächspartner ernstgenommen fühlen und der Eindruck entsteht, Gesprächsthemen zu haben, macht dies also durchaus anziehend. Aber aufgepasst! Wer sich als Profi darstellt und als Luftnummer entpuppt, setzt seine Chancen aufs Spiel.

Welche Wissensgebiete steigern die Attraktivität?

Liebe geht durch den Magen. Partner die kochen und backen können, werden geschätzt. Themen rund um Ernährung und Zubereitung von Essen, finden fast überall Anklang. Nicht umsonst sind Kochshows so beliebt.

Politik und Geschichte scheinen schwere Themengebiete zu sein. Doch im Grunde will sich ja niemand über Jahreszahlen austauschen. Wer sich grob auskennt mit den historischen Epochen und weiß, was in der Welt los ist, punktet schon. Geschichte passiert auch jetzt, entsprechend  gehört die Kenntnis über aktuelle Minister, Staatsoberhäupter und wirtschaftliche Situation in den verschiedenen Ländern ebenfalls zur Allgemeinbildung.

Übrigens: Sowohl für Politik wie auch für Ernährung gilt, Gespräche sollten nicht in Missionarsarbeit ausarten. Hier können natürlich konträre Ansichten bestehen. Ist das Gegenüber begehrenswert, wird es ohne eine gewisse Toleranz nicht gehen.

Sport und Freizeit sind die unverfänglicheren Themen. Selbst wenn Gesprächspartner die Freude am Tennis nicht teilen, so sind die Meinungen dazu doch meist nicht so konträr, wie in politischen Themen oder wenn Veganer und Fleischesser aufeinandertreffen. Trotzdem sollte immer darauf geachtet werden, ob beim Gegenüber Interesse besteht und wie lange das anhält. Nichts degradiert einen Menschen so schnell zu einem Langweiler, wie Monologe bei denen Zuhörende irgendwann abschalten.

Reisen und ferne Länder sind nicht nur ein sehr gutes Gesprächsthema, sondern laden auch zum Träumen ein. Auf diesem Themengebiet bewegt man sich in sicherem Fahrwasser fürs Kennenlernen, immerhin gibt es genug Länder auf der Welt, dass sich wohl eines finden lassen kann, dass beiden gefällt.

Praktische Veranlagung und das Wissen, wie man die kleinen Pannen und Probleme des Alltags löst, sind nicht nur nützlich, sondern machen wirklich sexy, vor allem wenn sie helfen, vor peinlichen Situationen zu bewahren. Der Kaffeefleck auf dem weißen Hemd oder Lippenstift am Kragen – das sind die Dinge, die uns in Erklärungsnot bringen. Wer hier Abhilfe schaffen kann, ist automatisch ein Gewinner.

Fazit: Bildung kann sexy machen, muss es aber nicht. Ob das Wissen anziehend macht, hängt von der Verpackung und Präsentation ab. Besserwisser wirken nicht sexy, aber auch wer sich in unendlichen Vorträgen ergießt, törnt eher ab als an. Wer sich in schwierigen Lebenssituationen mit praktischen Tipps einbringt, gilt schnell als Retter in der Not – und wer ist das nicht gerne?

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