Neuer Trend in der Arbeitswelt: Mittels Workation (Work & Vacation) die Welt bereisen

Neuer Trend in der Arbeitswelt: Mittels Workation (Work & Vacation) die Welt bereisen

Wir erklären, was dahinter steckt ...

© Pexels/ Armin Rimoldi
Ein neuer Trend kombiniert Arbeit und Urlaub

Work & Vacation bzw. kurz Workation gilt als neues, auch durch die Corona-Pandemie gefördertes Phänomen der Arbeitswelt, das das Potenzial hat, die Arbeitswelt und ihre Arbeitsweisen nachhaltig zu verändern. Vielleicht könnte man Workation als Arbeit an Orten, wo andere Menschen gerne Urlaub machen, am besten beschreiben. Was steckt dahinter, was braucht man dafür und wie ist man mit dem Konzept Workation erfolgreich?

Workation versus Work & Travel

Für ein vertieftes Verständnis von Workation brauchen die Begriffe Arbeit und Urlaub eine ganz neue Definition. Wichtig ist es, sich klarzumachen, dass man zwischen Workation und Work & Vacation unterscheiden muss. Das Ziel von Work & Vacation besteht ja darin, einen Auslandsaufenthalt durch die Ausübung von kleineren Jobs zu finanzieren. Vor allem junge Erwachsene schätzen diese Form des Reisens, weil sie auf diese Weise ihre Reiseträume kostengünstig in die Realität umsetzen können. Im Gegensatz dazu versteht man unter Workation, dass man seinen Hauptberuf an Orten ausübt, wo andere Menschen ihren wohlverdienten Erholungsurlaub buchen.

Diese neue Form des Arbeitens ist vor allem für diejenigen geeignet, die ausschließlich im Home-Office tätig sind und nicht regelmäßig persönlich im Unternehmen vorbeischauen müssen, um etwa an Meetings teilzunehmen. Workation praktizieren können zudem auch Freiberufler bzw. Solo-Selbstständige.

Da sie lediglich eine Internetverbindung benötigen, um ihren Beruf auszuüben, sind sie im Grunde ortsunabhängig, was eine wichtige Voraussetzung für Workation ist. Ihre Arbeit funktioniert vollständig digital mithilfe von leicht zu transportierenden, mobilen Endgeräten wie Laptops, Tablet-PCs oder Smartphones.

Die Berufsgruppen, für die sich Workation am besten eignet, sind daher etwa Copywriter & Texter, Blogger, Buchhalter, Grafik-Designer, Softwareentwickler & Programmierer, Vloger und Podcaster sowie alle, die sich zur großen Gruppe der digitalen Nomaden zählen.

Verschmelzung von Arbeit und Urlaub

Diese Verschmelzung von Arbeit und Urlaub ist dem Wandel geschuldet, den die Arbeitswelt gerade vollzieht. Dieser Wandel wurde angestoßen durch die einsetzende Digitalisierung von Arbeitsprozessen, beschleunigt hat ihn letztlich auch die Corona-Pandemie. Daraus entwickelt hat sich eine neue Realität.

Die Verschmelzung von Arbeit und Urlaub setzt auch neue Impulse für die Tourismusbranche, die arbeitende Reisende als neue Zielgruppe für sich ausgemacht hat. In kürzester Zeit haben sich Workation-Anbieter positioniert, die die Arbeit in Hotels zu einem einmaligen Erlebnis machen. Dazu stellen sie beispielsweise moderne, attraktive Arbeitsräume als Arbeitsplätze bereit. Trotz der Arbeit fühlt es sich an wie Urlaub und wenn die tägliche Routine erfüllt ist, wandert das Laptop in die Tasche und der Arbeitsplatz wird zum Ort der Erholung.

Durch Workation Einnahmen erzielen und finanziell unabhängig sein

Im Internet lässt sich mit einem eigenen YouTube-Kanal oder Instagram-Account durchaus Geld verdienen. Es gibt Influencer die das Konzept des Workation nutzen und mit ihren reichweitenstarken Accounts den Menschen, die die Videos bzw. Posts sehen das geben, was sie interessiert. Das sind vor allem Informationen oder auch spannende Einblicke in das eigene Leben als arbeitender Globetrotter. Wie man die eigenen Accounts noch sichtbarer macht und durch sie finanziell unabhängiger werden kann, lernt man auf speziellen Plattformen.

Eine solche Plattform wird von Anika und Tayler Schweigert betrieben. Die beiden lieben es zu reisen und andere an ihren Erlebnissen teilhaben zu lassen. Aus diesem Grund nutzen sie ihre Social-Media-Kanäle und ihre Plattform, um ihren Follower*innen ihr eigenes Leben zu dokumentieren. So geben sie ihre Erfahrungen an andere Menschen weiter und motivieren Reiselustige dazu, es ihnen gleichzutun. Die Vision, die dahintersteht, ist ein Mehr an eigenem Lebensglück für die, die das Ehepaar mit ihren Dokumentationen erreicht.

Weil sich Coachings, Workshops, Podcasts oder gemeinsame Retreats am ehesten zur Wissensweitergabe eignen, haben die beiden unterschiedliche Veranstaltungsformen entwickelt. Mithilfe solcher Events zeigen sie Interessierten, was es für den Ausbruch aus gesellschaftlichen Standards braucht und wie man erreicht, dass man nie wieder gezwungen ist, in die oft einengenden Grenzen dieser gesellschaftlichen Standards zurückzukehren.

222.000 Follower*innen, verteilt auf die verschiedene Social-Media-Kanäle zeigen, dass dieses Konzept erfolgreich funktionieren kann. Immer mehr Menschen möchten ein Mehr an Freiheit, wollen größere Unabhängigkeit und wünschen sich sogenannte Selfmade-Mentalität.

Von der Büroarbeit zum Konzept Workation

Ein Umstand, der die Realisierung von Workation möglich macht, ist die Tatsache, dass eine steigende Zahl von Unternehmen ihre Arbeitsplatz-Modelle aufgrund der Pandemie auf den Prüfstand gestellt haben und dabei sind, die Modelle von Remote-Tätigkeit oder Homeoffice zu einem festen Arbeitskonzept zu machen. Die fortschreitende Digitalisierung unterstützt diese eingeschlagene Richtung, denn sie ermöglicht den Kontakt auch zu weit entfernt arbeitenden Teammitgliedern.

Wer als bisher Angestellter sein bisheriges Arbeitsleben überdenkt und mit dem Gedanken spielt, sich als Freiberufler oder Solo-Selbstständiger beruflich neu auszurichten, dem steht mit Workation ein durchaus attraktives Modell zur Verfügung. Man könnte zunächst nebenbei ein Internet-Einkommen generieren und quasi ausprobieren, ob die Idee, die man im Kopf hat, auch langfristig tragfähig ist und auch finanziell lohnt. Hat man sich alle wichtigen Fähigkeiten angeeignet, kann man den nächsten Schritt gehen und den Arbeitsplatz zum Ort der Erholung machen.

Lade weitere Inhalte ...