Tagebuch: So funktioniert Journaling

Tagebuch: Alles, was ihr übers Journaling wissen solltet

Tagebücher sind nur etwas für Kinder und Teenies? Von wegen! Journaling ist auch für Erwachsene ein großes Thema und hier erklären wir euch alles über die Methode der Selbstreflexion.

In den vergangenen Jahren ist das Thema mentale Gesundheit immer mehr in den Fokus gerückt und auch der persönlichen Selbstverwirklichung und -entwicklung werden ein immer größerer Stellenwert in unserem Leben beigemessen. Allerdings gehen diese Dinge im Alltag zwischen all dem Stress bei der Arbeit und in der Familie schnell mal unter und umso wichtiger ist es, dass wir uns die Zeit dafür nehmen. Wie das am besten geht? Mit einem Tagebuch! Was sich im ersten Moment nach Kinder- und Teeniezeit anhört, ist auch für alle Erwachsenen eine tolle Möglichkeit, um sich selbst zu reflektieren und das Leben nachhaltig zu verändern. Alles Infos zum Journaling und Tipps und Tricks, wie es richtig funktioniert, findet ihr hier.

Tagebuch führen: Was ist Journaling?

Das Journaling ist eine Methode, die sich mittlerweile in unserer Gesellschaft etabliert hat und als das Tagebuch 2.0 beschrieben werden kann. Der kleine, aber feine Unterschied hierbei ist, dass wir nicht alles Erlebte gedankenlos aufs Papier bringen, sondern sehr viel reflektierter an die Sache herangehen. Journaling bietet einem also nicht nur die Möglichkeit, Erinnerungen und Momente festzuhalten, sondern vielmehr kann euch das Tagebuch dabei helfen, das Erlebte zu reflektieren, Gedanken zu sortieren und Ziele neu zu definieren. Somit ist diese Methode, welche sich als innerer Monolog auf Papier beschreiben lässt, sehr viel zukunftsorientierter und beschäftigt sich mit der Frage, was können wir erreichen, was macht uns glücklich und was wollen wir eigentlich überhaupt für unser Leben.

Wann sollte man mit Journaling anfangen?

Ihr seid an einem Punkt in eurem Leben angekommen, an dem ihr nicht mehr weiter wisst? Euch fehlen Inspiration und Ziele? Ihr habt das Gefühl, gar nicht das zu machen, was ihr eigentlich wollt? Dann ist das der ideale Zeitpunkt, um mit Journaling anzufangen. Jeder Mensch kommt mal vom Weg ab und läuft orientierungslos durch das Leben und in diesem Fall bringt das Tagebuchschreiben wieder ein wenig Ordnung ins (Gedanken-)Chaos.

Doch selbst wenn ihr aktuell vollends glücklich und zufrieden seid, könnt ihr mit dem Journaling anfangen, wenn ihr Lust darauf habt. Als Inspirationsquelle und Ideensammlung ist ein Tagebuch kaum zu toppen und ist somit der perfekte kreative Begleiter für euren Alltag. 

Das braucht man zum Journaling

Um perfekt zum Journaling ausgestattet zu sein, braucht es nicht viel: Ein spezielles Tagebuch oder auch ein einfaches Notizbuch in A5-Format, einen Stift und Zeit, die ihr euch im Alltag ganz bewusst nehmen solltet. Wer sein Tagebuch ein weniger aufwendiger gestalten möchte, kann zusätzlich auch noch zu bunten Stiften, Lineal, Geodreieck und Co. sowie Sicker greifen – euch sind da keine Grenzen gesetzt.

Der perfekte Zeitpunkt, um Tagebuch zu schreiben 

In unserer Kindheit und als Teenies haben wir Tagebuch vor allem abends geschrieben, um all die Erlebnisse des Tages zusammenzufassen. Beim Journaling sieht es etwas anderes aus, denn hierbei gibt es verschiedene Zeitpunkte, die sich für eine Selbstreflexion in Schriftform anbieten – je nachdem, welche Form des Journaling man gewählt hat. Für das 6-Minuten-Tagebuch solltet ihr beispielsweise morgens und abends Zeit für einen Eintrag einplanen, während ihr bei anderen Tagebuch-Methoden einfach zwischendurch schreibt oder dann Einträge verfasst, wenn ihr das Bedürfnis habt.

© Pexels/Judit Peter

Die 7 Journaling-Methoden

Tagebuch schreiben ist nicht gleich Tagebuch schreiben! Beim Journaling gibt es verschiedene Methoden, mit denen ihr euch auch auf ganz unterschiedliche Bereiche fokussieren könnt. Ob Erlebtes zusammenfassen, neue Ziele setzen, sich besser kennenlernen, die Kreativität ankurbeln oder an der eigenen Einstellung arbeiten – die 7 bekanntesten Formen des Journalings findet ihr hier:

1. 6-Minuten-Journal

Diese Art von Tagebuch gehört zu den bekanntesten Methoden des Journalings. Bei dieser Technik liegt euch ein spezielles Journal vor, indem ihr jeweils morgens und abends zwei bis drei Fragen beantwortet. Das Ganze dauert in der Regel nur ein paar Minuten (idealerweise 6 Minuten) und soll euch dabei helfen, Ziele besser  zu definieren, neue Kreativität zu schöpfen und das Chaos in euren Gedanken zu ordnen. Über Amazon könnt ihr das 6-Minuten-Tagebuch in verschiedenen Farben übrigens für ca. 25 Euro shoppen.

2. Stream of Consciousness / Automatisch schreiben

Eine etwas freiere Form des Tagebuchschreibens ist das automatische Schreiben, auch als Stream of Consciousness bekannt. Hierbei nehmt ihr euch ein leeres Notizbuch und ein paar Minuten Zeit. Und dann schreibt ihr einfach drauf los, was euch in den Sinn kommt – so schnell wie möglich. Im ersten Moment fühlt sich das zwar ein wenig komisch an, doch mit dieser Technik könnt ihr sowohl euren Kopf "frei" bekommen als auch eure Kreativität ankurbeln, sollte diese mal ein kleines Tief haben. 

3. Erfolgsjournal

Etwas erfolgsorientierter ist das Erfolgsjournal, in dem ihr zum einen – wie der Name bereits verrät – eure Erfolge festhaltet und zum anderen eure Ziele für die Zukunft definiert. Dieses Journal sollte besonders farbintensiv und detailreich gestaltet werden, um mit dessen Inhalt gleichzeitig auch das Selbstbewusstsein zu stärken und eine positive Stimmung zu verbinden. Mit dem Permanent Marker Stifte-Set mit 80 Farben (ca. 30 Euro über Amazon) könnt ihr eure Aufzeichnungen kunstvoll und ganz easy gestalten.

4. Journaling mit Prompts

Hierbei handelt es sich um eine vereinfachte Form des Stream of Consciousness. Satzanfänge, sogenannte Prompts wie beispielsweise "Heute freue ich mich auf ..." oder "Für heute nehme ich mir vor ...", erleichtern den Einstieg ins freie Schreiben. Dank dieser Technik, die sich vor allem im Alltag bewährt, könnt ihr euer Mindset neu ausrichten, mehr Positivität in euer Leben bringen, eure kreative Ader ankurbeln und Ziele besser definieren. Gerade für Anfänger bietet diese Methode des Tagebuchschreibens einen einfachen Einstieg.

5. Dankbarkeitstagebuch

Mehr Demut und Dankbarkeit bringt das Dankbarkeitstagebuch in euer Leben. Jeden Abend könnt ihr in ein Journal schreiben, wofür ihr am Tag dankbar wart. Auch die Kleinigkeiten solltet ihr auf Papier bringen, denn so lernt ihr die kleinen Dinge im Leben zu schätzen. Bei dieser Tagebuchform könnt ihr euch auf den Seiten des Notizbuchs zudem kreativ austoben – nutzt Farben, Bilder und Co., um die Positivität dieses Journals zusätzlich zu unterstreichen und euer Mindset nachhaltig zu verändern.

6. Bullet Journal

Kalender, Notizen, Listen, Erinnerungen und Sammlung von Gedanken, Momenten, Zielen und Ideen in einem – dabei handelt es sich um das Bullet Journal. Ganz nach euren ganz persönlichen Vorlieben könnt ihr bei dieser Tagebuch-Methode, welche von Designer Ryder Carroll erfunden wurde, das Notizbuch oder eine Kladde gestalten – ob bunt und bildlich oder lieber etwas schlichter. Um allerdings nicht den Überblick zu verlieren, solltet ihr von Anfang an eine Struktur finden, sodass spannende Ideen und Gedanken beziehungsweise wichtige Termine nicht untergehen.

7. Kontakttagebuch

Ihr merkt immer wieder, das ihr Probleme mit der Pflege eurer Freundschaften habt und Socializing fällt euch nicht so leicht? Das Kontakttagebuch, welches sich vor allem während der Coronapandemie großer Beliebtheit erfreut hat, ist in diesem Fall eine tolle Methode, um das zu ändern. Nehmt euch morgens zum Ziel, an dem jeweiligen Tag mit mindestens einer Person aus Familie und Freundeskreis zu sprechen und abends reflektiert ihr eure Gefühle. Mit dieser Technik könnt ihr eure Beziehung und Freundschaften stärken und euer eigenes Sozialverhalten reflektieren, um noch besser an euch zu arbeiten.

© Pexels/Bich Tran

Weitere Formen von Tagebüchern

Neben den bereits genannten 7 Methoden des Journalings gibt es natürlich auch noch viele weitere Arten von Tagebüchern. Beispielsweise das Babytagebuch, das Reisetagebuch oder das Traumtagebuch, die sich – wie die Namen bereits erkennen lassen – um ein ganz spezielles Thema drehen und dahingehend gestaltet werden. 

Verwendete Quellen: contentman.de, bernardzitzer.com

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