Beauty

Hyaluronsäure: Alles über den beliebten Feuchtigkeits-Booster

Von Julika am Montag, 10. Januar 2022 um 12:08 Uhr

Glatte Haut ist ein Zeichen ewiger Jugend, das sich jeder gerne bewahren würde. Mit Hyaluronsäure kein Problem! Was ihr sonst noch über den besonderen Feuchtigkeits-Booster wissen müsst? Wir klären über Zusammensetzung, Anwendungen und die besten Produkte auf...

Beautyaddicts kennen sie schon längst, doch was kann sie eigentlich, die gute alte Hyaluronsäure? Knapp erklärt: Sie ist ein echter Instant-Booster, der unserer Haut in sekundenschnelle einen Frischekick verpassen kann. Denn wer kennt es nicht: Beim morgendlichen Blick in den Spiegel fällt einem manchmal schon die Kinnlade herunter. Wir schauen uns mit einem fahlen Teint an, der wie über Nacht gealtert wirkt. Trotz Schönheitsschlaf bleibt schließlich auch unser Gesicht nicht von den Zeichen der Zeit verschont. Bereits ab dem 25. Lebensjahr soll die Haut laut Experten schlapp machen. Klingt zwar ein bisschen beängstigend, sollte euch aber definitiv nicht aus der Ruhe bringen. Denn erstens: Egal ob Frau oder Mann, wir dürfen der Tatsache mutig ins Auge blicken, dass die Haut manchmal einfach ungleichmäßig erscheint und jeder Mensch einmal altern wird. Und zweitens: Man kann etwas dagegen tun! Die gute Fee heißt bekanntlich: Hyaluronsäure. Frisch und wach aussehen und sogar kleine Fältchen blitzschnell glattbügeln geht mit Hyaluronsäure wie mit einem Fact Tune Filter – schneller und natürlicher als der böse Ruf es voraussagt. 😉

Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure ist ein Stoff natürlichen Ursprungs und kommt daher auch auf ganz natürliche Weise in unserem Körper vor. Die körpereigene Säure besteht dabei aus einer Kette von Zuckerbausteinen mit bindenden chemischen Eigenschaften. So kann Hyaluronsäure Wasser anziehen und in der Haut halten. Dafür bildet der natürliche Booster eine gelartige Substanz, die der Haut ein pralles, elastisches und glattes Aussehen verleihen kann. Das Besondere: Er kann bis zum Tausendfachen seines Eigengewichts an Feuchtigkeit speichern. Hyaluronsäure ist daher einer der fleißigsten Helfer, um die Haut aufzubauen und sie gesund und geschmeidig zu halten. Ohne Hyaluronsäure geht in unserem Körper also so gut wie nichts! Das natürlich vorkommende Polysaccharid (Mehrfachzucker) ist ein essenzieller Teil unseres Bindegewebes und sollte daher – sofern aufgrund von Alter oder einer langen Partynacht gerade nicht ausreichend verfügbar – wieder aufgefüllt werden. Das Ergebnis: Stirn und Wangen bleiben auf ganz natürliche Weise straff. 

Verschiedene Moleküldichten von Hyaluronsäure

Obwohl ihr Effekt so simpel erscheint, ist Hyaluronsäure in ihrer Struktur deutlich komplexer, als man zunächst annimmt. Denn betrachtet man den Feuchtigkeitsbinder genau, so kann man zwischen hochmolekularer und niedrigmolekularer Hyaluronsäure unterscheiden.

  • Hochmolekulare Hyaluronsäure: Die Säure mit einer hohen Molekularmasse dringt nicht direkt in die Haut ein, sondern bildet einen durchlässigen Film auf dem Teint. Dieser Film ist der Hauptgrund für den von uns so beliebten Soforteffekt. Die feine Schicht auf dem Gesicht gleicht Fältchen und Linien nämlich visuell aus, ohne die Struktur der Zellen zu verändern. Doch nicht nur das: Freie Radikale oder auch externe Reizungen werden durch den Schutzwall von der Haut ferngehalten. Zumindest so lange, wie die hochmolekulare Hyaluronsäure auch auf der Haut verbleibt. Wird sie, meist in Seren oder Cremes enthalten, abgewaschen, ist die schöne Wirkung weg.
  • Niedermolekulare Hyaluronsäure: Im Gegensatz zu ihrem hochmolekularen Pendant ist Hyaluronsäure mit einer kleinen Moleküldichte deutlich kürzer aufgebaut. Bedeutet: Sie dringt besser in die Haut ein und kann sie so von innen aufpolstern. Sie wird im Bindegewebe gespeichert, was zu einem längerfristigen Effekt führt, und hat eine nachhaltige und gute Anti-Falten-Wirkung – auch über die gewöhnliche Reinigungsroutine hinaus. 

So kann Hyaluronsäure in der Hautpflege eingesetzt werden

Damit ihr beziehungsweise eure Haut die ganze Wirkung der Hyaluronsäure kennenlernen kann, ist es empfehlenswert, zu Produkten zu greifen, die verschiedenen Formen und Längen der Hyaluronsäure kombinieren. Besonders beliebt: Hyaluron-Booster, Seren, Ampullen oder Cremes. Die äußerliche Anwendung von Hyaluronsäure ist die beliebteste und einfachste Art, der Hautalterung mithilfe von Hyaluronsäure entgegenzuwirken. Mit Cremes könnt ihr die Dosierung selbst steuern und so entscheiden, wie viel "Polster" in die oberste Schicht der Haut eindringt. Heute Vollgas, morgen ein bisschen auf die Bremse treten und Fältchen Fältchen sein lassen – gerne! Auch beliebt: Eine Extra-Portion Feuchtigkeit unter den Augen. Hier versorgen beispielsweise die "Me, Myself and I"-Hyaluron-Augenpads von APRICOT (ca. 25 Euro) die zarte Augenpartie und lassen sie in Nu glatter und strahlender erschienen. Wie? Die speziellen Pads aus medizinischem Silikon kommen ohne Zusatzstoffe aus und sind daher ideal für eine intensive Feuchtigkeitsversorgung unterhalb der Augen👀💦

Gezielte Anti-Aging-Pflege mit Hyaluronsäurenseren 

Zurück zum Gesicht: Wer es da gezielter und intensiver mag, ist mit einem Serum wie dem "SASH Organic Serum Anti-Aging" (im GRAZIA Shop, ca. 30 Euro) gut beraten. Dank seiner speziellen Molekülstruktur hat es die Fähigkeit, schnell in die Haut einzuziehen und die Wirkstoffe bis in die tief liegenden Hautschichten zu schleusen. Dank dem beigesetzten Squalan, das ein natürlicher Bestandteil des Hydro-Lipid-Films der Haut ist, kann die Feuchtigkeit länger gebunden werden. Hallo aufgepolsterte Haut! Neben einem geeigneten Produkt ist nämlich auch die Art der Anwendung entscheidend. Idealerweise tragt ihr im Anschluss an eure Hyaluronsäure-Produkte eine Feuchtigkeitspflege (sofern der Booster nicht schon genau darin enthalten ist) auf. Denn wie bereits erwähnt zieht Hyaluronsäure Wasser und braucht daher einen Nährboden für die Feuchtigkeit. Dieser wird durch die Creme – ode im Falle des SASH Serums durch Squalan – bereitgestellt. Vergesst ihr also eine Creme on top, kann es passieren, dass sich die Säure ihre Feuchtigkeit kurzerhand einfach aus der Haut zieht. Kontraproduktiv! So fehlt es dem Teint noch mehr an Feuchtigkeit, und Spannungsgefühle können die Folge sein.

©Pexels/Jill Burrow

Was ist die beste Konzentration von Hyaluronsäure in der Hautpflege?

Viele Hersteller von Hyaluronsäureprodukten werben mit großen Zahlen, doch diese sind oftmals verwirrend. Geht man von dem reinen Hyaluronsäure-Wert aus, reichen nämlich schon 1 Prozent der Säure für einen sichtbaren Unterschied aus. Ist der Anteil Höher, kann das Produkt sich schnell klebrig anfühlen. Doch keine Sorge, ist das bei eurem Lieblingsprodukt der Fall, gebt der Haut einfach eine Extra-Minute, um den Booster zu verarbeiten. Wichtig: Der größte Anteil der Hyaluronsäure sollte im Produkt möglichst aus der kleinen Variante der Hyaluronsäure-Moleküle bestehen. 

Hyaluronsäure in Nahrungsergänzungsmitteln 

Wie ihr nach dem bisherigen Pep-Talk wahrscheinlich schon verstanden habt: Feuchtigkeit macht den Körper lebendig und strahlend. Doch ihr könnt nicht nur auf allerhand Kosmetiker zurückgreifen, sondern eure Hyaluron-Reservoirs auch von innen auffüllen. Tierische Produkte wie Lachs oder Rindfleisch können eure Depots bereist mit einer Speise am Tag restocken. Ihr seid aber Vegetarier oder Veganer? Dann sind Ergänzungsmittel wie Hyaluron Drinks oder Hyalurongummibärchen, die täglich einfach und natürlich über die Nahrung aufgenommen werden, ebenfalls eine gute Wahl. Sie sind meist (fast) frei von tierischen Inhaltsstoffen und können euren Haushalt ebenfalls auffüllen. Die "Born this Way Youth Vitamins"-Gummibärchen (im GRAZIA Shop bekommt ihr sie für ca. 35 Euro) unterstützen mit ihrem Booster-Cocktail aus Hyaluronsäure, Coenzym Q10, Vitamin C und E die natürlichen Anti-Aging-Prozesse der Haut. Der Teint wird durch die Hyaluronsäure mit Feuchtigkeit versorgt und bekommt neue Straffheit sowie einen natürlichen Glow. Künstliche Zusatzstoffe? Findet ihr bei den Gummibärchen von Bears with Benefits nicht! 

Können Nebenwirkungen auftreten? 

Wir geben zu: Das Wort Säure wirkt zunächst irritierend. Doch Hyaluronsäure hat nichts mit einer klassischen oder gar aggressiven Säure zu tun. Aufgrund ihres natürlichen Ursprungs und dem Fakt, dass unser Körper den Feuchtigkeitsbinder selbst herstellt, ist Hyaluronsäure sehr sanft zur Haut und garantiert für alle Hauttypen geeignet. Solltet ihr also empfindliche Haut neigen, die schnell mit Rötungen zu kämpfen hat – kein Problem. Auch zu Akne neigende Haut profitiert von der beruhigenden Eigenschaft der Hyaluronsäure und springt sehr gut auf den Booster an. 

Hyaluronsäure als Spitze? Alles über Filler und Hyaluron-Injektionen

Wer den aufpolsternden Effekt von Hyaluronsäure lange auskosten möchte, entscheidet sich vielleicht für Gesichtsfiller mit dem Feuchtigkeitsbinder. Diese sind meist biotechnologisch hergestellt und ähneln so der natürlich im Körper vorkommenden Hyaluronsäure sehr. So stellen Ärzte und Pharmakonzerne sicher, dass Nebenwirkungen oder Allergien als Abwehrreaktion gegen den Wirkstoff gering ausfallen. Dennoch sei gesagt: Eine Hyaluroninjektion ist mit deutlich mehr Risiko verbunden als eine gewöhnliche Creme. Die Filler können verrutschen, sich entzünden oder vieles mehr. Zum Prozess: Der Filler wird wie eine Art flüssiges Kissen mit Spritzen unter die Haut injiziert. So kann fehlendes Volumen im Gesichts- oder anderen Körperbereichen gezielt und punktuell wieder aufgebaut werden. Fältchen und Falten werden reduzieren, Gesichtszüge modelliert und verjüngt. Durch die spezielle Unterspritzung lässt sich beispielsweise das Gesicht also viel gezielter aufpolstern als etwa mit einer Tagespflege oder einem Serum. Abgebaut wird die Hyaluronsäure aber dennoch auch bei dieser Form der Anwendung auf ganz natürlichem Wege. Etwa ein bis eineinhalb Jahre hält das Depot, wer dann neues Volumen erzeugen möchte, muss nachspritzen. Eine Behandlung kostet etwa 500 Euro, doch bevor ihr euch zu diesem Schritt entscheidet: immer einen Beratungstermin bei dem jeweiligen Arzt ausmachen!

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