Psychologie: 3 Beziehungs-Mythen, die in der Realität ganz normal sind

Psychologie: 3 Beziehungs-Mythen, die in der Realität ganz normal sind

Die Beziehung läuft nicht so glatt, wie ihr es euch vorgestellt habt? Keine Sorge, denn eine Expertin verrät, dass es sogar ganz gut ist, wenn eure Beziehung nicht perfekt ist!

Das Wichtigste vorweg: Auch die schönsten Beziehungen bedeuten Arbeit. Schließlich gibt es Tage, an denen wir die Welt nicht durch die rosarote Brille sehen, wenn wir von den Angewohnheiten oder Charaktereigenschaften des anderen – die vielleicht zuvor sogar liebenswert oder amüsant waren – nur noch genervt sind. Zeit für den Paartherapeuten? Nicht unbedingt!

Vermeintliche Weisheiten über die Liebe werden immer weiter verbreitet, bis wir uns in unserer eigenen Partnerschaft verunsichert fühlen. Denn viele Missverständnisse und Ratschläge rund um das Thema Amor halten sich tatsächlich hartnäckig und können irreführend sein. Wie die Neuropsychologin Nawal Mustafa (@thebraincoach) aufdeckt, sind viele Beziehungskrisen jedoch völlig normal. Allerhöchste Zeit also, die größten Relationship-Mythen vom Tisch zu räumen. Allen voran die folgenden drei:

1. Beziehung? Ciao, Freiraum

Gerade am Anfang einer Beziehung möchte man so viel Zeit mit dem anderen verbringen wie möglich. Doch nachdem die Schmetterlinge im Bauch verschwunden sind, kehrt in jeder Beziehung irgendwann der Alltag ein – und der Wunsch nach mehr Freiraum steigt.

Das sollte allerdings kein Grund zur Sorge sein. Die Expertin erklärt: "Ein bisschen Freiraum ab und an ist in einer Beziehung gesund. Es heißt nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt oder dass ihr die Zweisamkeit nicht auch genießt. Freiraum hilft dabei, eine gute Balance zu schaffen und ermutigt die Menschen, ihre eigene Identität zu bewahren." Also eigentlich wirklich positiv, findet ihr nicht?

2. Andere Leute darf man nicht mehr attraktiv finden

Betrachten wir das Ganze mal aus psychologischer Sicht, ist es ganz normal, trotz Beziehung andere Leute attraktiv zu finden. Sich, nachdem man dem Hottie in der U-Bahn einen flüchtigen Blick zugeworfen hat, anschließend mit Vorwürfen zu quälen, ist also absoluter Quatsch.

Die Neuropsychologin Nawal Mustafa stimmt zu: "Unser Gehirn kann sehr schnell Urteile fällen, basierend auf dem Aussehen einer anderen Person und manchmal finden wir deren Merkmale oder Charaktereigenschaften attraktiv. Das ist normal und unvermeidlich. Schwierig wird es nur, wenn ihr auf diese Gefühle eingeht (und zum Beispiel aktiv mit der anderen Person flirtet)."

Studien zeigen sogar, dass fast 70 Prozent von Leuten in einer festen Beziehung schonmal eine gewisse Anziehungskraft gegenüber einer anderen Person gespürt haben. Völlig normal also!

3. Glückliche Paare haben regelmäßig Sex

Klar, in den ersten Wochen und Monaten kann man kaum die Finger voneinander lassen, doch nach einer Weile flaut der anfängliche Liebesrausch ein wenig ab und andere Dinge werden zunehmend wichtiger als das tägliche Liebesspiel – und auch das ist in einer festen Beziehung ganz normal.

Nawal Mustafa, alias The Brain Coach, erklärt: "Das kommt häufiger vor, als ihr denkt und bedeutet nicht unbedingt, das etwas mit der Beziehung nicht stimmt. Viele Faktoren können dafür verantwortlich sein: Hormone, Libido, Stress, Stimmung, Gelegenheit usw. Falsche Erwartungen in Bezug auf die Häufigkeit von Sex können zu allgemeiner Unzufriedenheit führen."

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