Beauty

Botox: Der ultimative Ratgeber zur Faltenunterspritzung mit Tipps vom Chirurgen

Von Linnea am Donnerstag, 16. August 2018 um 11:40 Uhr

Wir haben bei Schönheitschirurg Dr. med. Knoche nachgefragt und euch den ultimativen Ratgeber zur Faltenunterspritzung mit Botulinumtoxin erstellt…

Längst zählen Behandlungen, wie die Faltenunterspritzung mit Botulinumtoxin, in unserem Alltag nicht mehr zu den Tabu-Themen – nicht zuletzt dank Celebrities à la den Kardashians oder sogar Prinzessinnen wie Herzogin Kate. Experten raten sogar dazu, möglichst früh mit dem Nervengift zu beginnen, damit die ungeliebten Falten gar nicht erst entstehen, denn sind sie einmal da, ist es umso schwerer, sie wieder loszuwerden. Um euch möglichst umfangreich über den Beauty-Eingriff mit Botox® aufzuklären und die wichtigsten Fragen über die Schmerzen, die Dauer, die Preise, die Regionen und Co. zu beantworten, haben wir uns für euch bei Schönheitschirurg Dr. med. Knoche erkundigt und einen Ratgeber mit wertvollen Tipps erstellt…

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Experte Dr. med. Eckart Knoche behandelt im DermoCosmeticCenter in Hamburg

1. Ab welchem Alter sollte man wirklich zu Botulinumtoxin greifen?

Mit Botulinumtoxin behandeln wir vor allem die Falten, die durch die Gesichtsmimik entstehen. Bei vielen Menschen werden derartige Falten oft erst ab einem Alter von 30 Jahren sichtbar. Andere Menschen haben schon in jüngeren Jahren beispielsweise eine stark ausgeprägte Zornesfalte. Man sollte also mit der Behandlung anfangen, wenn man selbst etwas verbessern möchte. Manche Ärzte raten dazu, schon vor Entstehen der ersten Falten mit einer Behandlung anzufangen, das halte ich persönlich für übertrieben.

2. Wie funktioniert Botox®?

Botulinumtoxin ist ein Eiweißstoff, der von bestimmten Bakterien produziert wird. An den Nervenenden verhindert er die Signalübertragung an den Muskel. Medizinisch aufbereitet und in der Hand eines Arztes ist es ein gut steuerbares Medikament. Wenn es beispielsweise im Bereich der Zornesfalte gespritzt wird, verhindert es, dass sich die Muskeln zusammenziehen, die diese Falte bilden.

3. In welchen Partien wird Botox© genutzt?

Bei der Anwendung in der Ästhetischen Medizin behandelt man mit Botulinumtoxin die sogenannten mimischen Falten im Gesicht. Dazu gehören hauptsächlich die Zornesfalte (diese liegt zwischen den Augenbrauen), die Lachfalten (sie werden häufig auch Krähenfüße genannt) und die Sorgenfalten (hiermit sind die Querfalten auf der Stirn gemeint). Allerdings kann man das Medikament auch sehr erfolgreich zur Behandlung von übermäßigem Schwitzen unter den Achseln, aber auch an Händen und Füßen verwenden.

4. Wie lange hält die Behandlung an?

Die Wirkdauer einer Behandlung wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst – dabei spielt die gespritzte Menge des Nervengiftes eher eine kleine Rolle. Vielmehr ist die Region die behandelt wurde, von Bedeutung, aber auch der Stoffwechsel und die körperliche Aktivität des Patienten können die Haltbarkeit beeinträchtigen. Hier gibt es deutliche Unterschiede von Patient zu Patient. In der Regel kann man von einer Wirkdauer von bis zu vier Monaten, selten auch länger sprechen. Bei der Behandlung des Schwitzens sogar bis über sechs Monate.

5. Wie lange dauert eine Behandlung?

Wichtig ist ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt, in dem er die Wünsche des Patienten erfragt und die Behandlungsmöglichkeiten und deren Wirkprinzipien aufzeigt. Wenn Botulinumtoxin eine geeignete Methode ist, dauert die reine Behandlung oft nur 20 – 30 Minuten.

6. Was sollte ich vor und nach der Behandlung beachten?

Wie vor allen Behandlungen, die mit Injektionen verbunden sind, ist es sinnvoll, keine blutverdünnenden Medikamente eingenommen zu haben (beispielsweise ASS). Wurde man kurz vorher im Gesicht medizinisch oder kosmetisch behandelt, sollte der Arzt im Einzelfall entscheiden, ob er eine Faltenbehandlung mit Botulinumtoxin für sinnvoll hält. Nach der Behandlung mit Botox® wird empfohlen 24 – 48 Stunden keinen Sport zu treiben und übermäßige körperliche Aktivitäten und Saunabesuche zu vermeiden. Auch Gesichtsmassagen sollten nicht erfolgen, da sich das Medikament verlagern könnte.

7. Was kostet eine Behandlung?

Ausschlaggebend für den Preis ist natürlich die Menge des verwendeten Medikaments. Eine Behandlung einer Zone, wie beispielsweise die der Lachfalten, kann schon bei 150 Euro starten, normal sind aber eher Kosten zwischen 300 – 450 Euro für mehrere Regionen.

8. Wann sieht man die ersten Ergebnisse?

Der Wirkbeginn von Botulinumtoxin ist geringfügig abhängig vom verwendeten Präparat. Generell kann man aber sagen, dass die ersten Anzeichen der Wirkung nach 24 – 48 Stunden sichtbar sind. Die volle Wirkung tritt nach etwa 7(– 10) Tagen ein. Erst dann ist es auch sinnvoll, in den Spiegel zu schauen, um zu sehen, ob man zufrieden ist. Der Arzt kann nach 10 – 14 Tagen eventuell noch etwas nachbehandeln, wenn man nicht vollkommen glücklich ist.

9. Wie oft sollte die Behandlung wiederholt werden?

Wenn man mit der Behandlung zufrieden und glücklich ist, sollte man sie durchaus fortsetzen. Bei einer ersten Behandlung mit dem Nervengift kann die Wirkdauer selten etwas verkürzt sein, generell ist es empfehlenswert, einen neuen Termin beim Arzt zu machen, wenn man die ersten Anzeichen entdeckt, dass die Wirkung nachlässt. Erfolgt dann zeitnah die nächste Behandlung, kann die Wirkdauer sogar gelegentlich verlängert werden. Auf diese Weise können sich die Falten auch gar nicht erst wieder neu bilden und man behält die frische Ausstrahlung.

10. Ist der Eingriff schmerzhaft?

Ein geübter Arzt beherrscht die richtigen Handgriffe und Injektionsmethoden, um die Behandlung so schmerzarm wie möglich zu machen. Ein kleiner Pieks beim Einstechen wird selten gefolgt von einem leichten Brennen, das aber nach wenigen Sekunden vorbei ist. Sehr empfindliche Patienten lassen sich vorher eine Betäubungssalbe auftragen, was aber meistens nicht nötig ist.

11. Können Injektionen rückgängig gemacht werden?

Ist Botulinumtoxin erst einmal injiziert, kann man die eintretende Wirkung nicht aufhalten oder gar rückgängig machen. Deswegen ist es so wichtig, zu einem Arzt zu gehen, denn der sollte Erfahrung haben und durch Kurse in der Behandlung unterwiesen sein. Der vorsichtige Arzt spritzt sogar eher zu wenig und behandelt die Patienten lieber ein zweites Mal nach. Auf diese Weise kann es keine zu starke Wirkung des Botulinumtoxin geben. Sollte die Wirkung dennoch zu stark sein, kann man versuchen, mittels bewusstem Training der behandelten Muskeln die Wirkung etwas abzuschwächen. Ansonsten bleibt nur Abwarten. Glücklicherweise verschwindet die unerwünschte Wirkung ja auf jeden Fall.

12. Geht die Injektion komplett weg?

Wenn man lange genug wartet, verschwindet jede Botulinumtoxin-Wirkung vollständig. Schaut man dann in den Spiegel, kommt es häufig zu dem Irrtum, dass man mehr Falten habe als vor der Behandlung. Das Gegenteil ist aber der Fall: Durch die Behandlung hat man immer noch etwas weniger Falten als vorher. Was auffällt ist einfach nur der Kontrast zum frischen, glatten Gesicht während der Wirkzeit.

13. Gibt es Risiken bei der Behandlung?

Kleine Blutergüsse an den Injektionsstellen treten selten auf, verschwinden aber nach wenigen Tagen von selbst. Bei Wirkbeginn bekommen sehr wenige Patienten für kurze Zeit leichte Kopfschmerzen, die man aber mit einfachen Schmerzmitteln sehr gut bekämpfen kann und die bald von alleine verschwinden. Sehr selten (bei sehr starker Wirkung der Behandlung) können die Augenbrauen oder auch extrem selten die Lider etwas absinken, das entstehende Schweregefühl auf den Augen lässt aber schnell nach. Asymmetrien oder unzureichende Wirkung kann der Arzt durch kleine Nachinjektionen ausbessern. In wenigen Fällen wurden allergische Reaktionen auf Botulinumtoxin verzeichnet. Genauso selten gibt es Patienten, die gar nicht auf Botulinumtoxin reagieren.

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