Sex Education, KITZ und Co: Darum brauchen wir mehr solcher Netflix-Serien

Sex Education, KITZ und Co: Darum brauchen wir mehr solcher Netflix-Serien

Aktuell wartet der Streaminganbieter Netflix mit allerhand neuer Serien auf uns. Warum uns manche davon besonders begeistern und warum wir viel mehr Serien wie Sex Education, KITZ, Young Royals und Elite brauchen... 

Verschobene Kinopremieren, erhöhte Inzidenzen und nasskaltes Wetter: Der Januar bietet genug Gründe, sich unter die Decke zu kuscheln und die gewonnene freie Zeit zu Hause mit Serien auf Netflix, Amazon Prime und Co. zu füllen. Vor allem der Klassiker unter den Streaming-Diensten, Netflix, zieht uns aktuell ziemlich in den Bann. Und das nicht nur, weil Serien wie Emily in Paris oder Selling Sunset uns in eine Welt voller Glamour und Reisen entführen und uns an einen normalen Alltag ohne Masken erinnern. Neben der perfekten Show-Welt in der alle reich, erfolgreich und auch nach einer durchzechten Nacht noch für ein Mode-Shooting posieren könnten, widmet sich die amerikanische Streaming-Plattform mit seinen Eigenproduktionen auch immer mehr "normalen" Körperbildern, inklusive Pickel, Kurven und Achselhaaren. Menschen wie du und ich? In gleich mehreren Serien? Das können wir nur mit einer Extra-Portion Screentime feiern. Unsere liebsten Formate mit Body-Positivitycharakter gibts jetzt. 

1. KITZ 

Selten sind in Serien und Filmen Unreinheiten oder gar größere Pickel zu sehen. Die Serie "KITZ" verzichtet darauf und zeigt ganz selbstverständlich die Akne von SchauspielerinSofie Eifertinger alias Lisi Madlmeyer. Warum auch nicht? Schließlich muss nicht nur die 19-jährige Lisi mit erwachsenen Akne kämpfen, sondern viele andere Frauen auch. Damit zeigt Netflix endlich auch in einer Serie, in der es eigentlich um die "Perfekten" und "Reichen" geht, dass eben nicht alles perfekt im Leben ist, wir uns deswegen aber keineswegs schämen brauchen. Neben zweckmäßig mit dem Abdeckstift kaschierten Pickeln gehören in "KITZ" auch kleine Augen nach einer Heulattacke dazu. Erfrischend und ehrlich. Die Serie möchte "toxische, unrealistische Schönheitsideale" aufbrechen – gelungen, würden wir sagen. 

©Courtesy Netflix

2. Sex Education 

Die ersten drei Staffeln "Sex Education" sind auf Netflix echte Dauerbrenner und beim Anschauen wurde uns klar: Das ist der Sexualkundeunterricht, der uns immer gefehlt hat – und den wir auch heute noch brauchen können. Denn endlich wird uns einmal in einer Serie pur und ohne Schnörkel gezeigt, wie facettenreich Sexualität sein kann. Häufiger verschwinden Gespräche rund um die eigene Sexualität oder sexuelle Praktiken – gerade in Serien oder Filmen – unter dem weißen Tuch von versteckter Scham. Dabei ist die eigene Sexualität das natürlichste der Welt und sollte offen angesprochen werden. Zwischen Heterosexualität, Homosexualität und Bisexualität gibt es nämlich ein breites Spektrum und auch dieses findet in der Netflix Serie seinen Platz. Als Teenager:in – oder ganz ehrlich: auch als Erwachsene:r – kann die Unsicherheit, ob man jetzt auf Männer oder Frauen, einfach alle Geschlechter oder keines steht, ganz schön groß sein! "Sex Education" macht das besser, als wir es je in der Schule gelernt haben und zeigt wie schön es auch sein kann, seine Sexualität neu zu entdecken. 

©Courtesy Netflix

3. Young Royals

Die Handlung von "Young Royals" ist einfach: Der Teenanger-Prinz Wilhelm (gespielt von Edvin Ryding) möchte normal sein. In eine normale Schule gehen und normal auf Partys abstürzen – Ersteres funktioniert nach einem ausgewachsenen Medienskandal nicht mehr und er wird auf ein Internat geschickt. Das Gegenteil von "normal" ist jedoch – und dabei sollte es eigentlich in jeder Serie so sein – dass in "Young Royals" echte Teenager zu sehen sind. Keine durchtrainierten mittzwanziger Hollywood-Schönlinge, die in anderen bekannten Serien den Außenseiter spielen, uns optisch aber in einer Unterwäsche-Werbung begegnen könnten. Prinz Wilhelm und seine Internatskamerad:innen sind schlaksig, haben den einen oder anderen Pickel und fühlen sich eben nicht hundertprozentig wohl in ihrem Körper. So liefern sie vor allem einem jüngeren Publikum ein schönes Vorbild wie Menschen ohne Filter oder perfektes Make-up aussehen. Gerne mehr davon! 

©Courtesy Netflix

4. Élite

Nicht nur Hautunreinheiten finden bei Netflix häufiger Beachtung, auch das Tabu von Körperbehaarung wird aufgebrochen. Am ganzen Körper kein kleinstes Härchen, dafür auf dem Kopf natürlich reichlich. Das gibt es nicht nur in euren Freundeskreisen wahrscheinlich wenig, sondern auch in der spanischen Serie "Élite" nicht mehr. Martina Cariddi, die in der vierten Staffel die Mencia Blanco spielt, zeigte in der Erfolgsserie stolz ihre Achselhaare, die sie übrigens auch privat lang trägt. Ein Zeichen für mehr Realität im TV. Schon zu Beginn stellte die Schauspielerin nämlich klar, dass sie sich nicht rasiere, wenn sie es nicht will und geht so als Beispiel für die (Selbst-) Akzeptanz innerhalb der Netflix-Familie voran. Aus Tops und kurzen T-Shirt blitzen dann halt einfach mal ein paar dunkle Härchen raus. "Normal" ist schließlich nur eine Sache der Gewohnheit und die ändern wir mit dem realistischeren Bild von Körpern auf Netflix gerne. 

©Courtesy Netflix

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