Henna-Tattoo: Alles, was ihr über die Körperbemalung wissen solltet

Henna-Tattoo: Alles, was ihr über die Körperbemalung wissen solltet

Henna bringen wir vor allem mit außergewöhnlichen Mustern auf Händen, Füßen und Co. in Verbindung. Was genau Henna überhaupt ist, wie man solch ein Tattoo selber machen kann und was ihr sonst noch wissen solltet, haben wir zusammengefasst.

Henna-Tattoos sind uns nicht unbekannt, schließlich sehen wir regelmäßig schöne Bilder der orientalisch-angehauchten Muster oder haben selber schon einmal überlegt, uns solch eine Tätowierung machen zu lassen – vor allem in Urlaubsorten, wo die Henna-Kunst noch verbreiteter ist als in Deutschland. Besonders beliebte Stellen sind vor allem die Hände oder Füße. Was ebenfalls für Henna-Tattoos spricht? Sie sind temporär und verschwinden demnach mit der Zeit von ganz alleine. Doch habt ihr euch schon mal genauer damit befasst, woraus Henna überhaupt besteht, wo die Tattoos ihren Ursprung oder wie man sich die Muster ganz einfach selber auf den Körper zaubern kann? Wir haben die passenden Antworten auf all diese Fragen parat!

Was ist Henna?

Wenn man von Henna spricht, ist eine Pflanze aus dem Mittleren Osten gemeint. Das Pulver der färbende Paste wird aus getrockneten sowie zermahlenen Blättern des Hennastrauchs gewonnen und ist im Bereich der Beauty vielseitig einsetzbar. So wird Henna nicht für Tattoos genutz, die Paste kann außerdem zum Haare oder Augenbrauen färben genutzt werden. Doch zurück zu den Tattoos: Das originale Henna-Pulver hat eine grünbraune Farbe, die auf der Haut innerhalb kurzer Zeit nachdunkelt, wodurch die typische rotbraune bis mahagoni-farbene Nuance erzielt wird. Dabei verfärbt die Paste die obersten verhornten Hautzellen. Durch die natürliche Hauterneuerung schuppen sich diese Hautschichten nach und nach ab.

Wo haben Henna-Tattoos ihren Ursprung?

Die traditionelle Körperbemalung mit Henna stammt ursprünglich aus Indien, wo sie auch als "Mehndi" bezeichnet wird. Von da aus verbreitete sich die Art der Verzierung in sämtliche weitere Länder wie den arabischen Kernländern, Marokko, Mauretanien, Tunesien, Ägypten, Türkei sowie dem Sudan und wird dort in der Regel dafür verwendet, um die Hände, Unterarme sowie Füße von Bräuten bei ihren Hochzeiten zu schmücken und zu segnen. Dabei haben die aufwendigen Muster eine sehr tiefsinnige Bedeutung: Die Henna-Tattoos sollen Glück und Gesundheit symbolisieren.

Die Motive der kunstvollen Körperbemalung können je nach Land variieren – in Indien werden Henna-Tattoos meistens in Form von floralen und super-feinen Linien umgesetzt. Übrigens heißt es, dass schon die Mumien im frühen Pharaonenzeitalter mit der Paste angemalt wurden. 

Wie lange hält ein Henna-Tattoo?

Wie lange ein Henna-Tattoo hält, ist abhängig von der Farbe sowie der Dicke von den Linien. In der Regel hält ein Henna-Tattoo in seiner vollen Farbkraft bis zu zwei Wochen. Zu Beginn ist der Farbton am intensivsten und im Laufe der Zeit wird das Henna-Tattoo dann immer weniger sichtbar, bis es ganz verschwunden ist. Nach circa 6 Wochen sollte das temporäre Tattoo dann endgültig Geschichte sein. Wenn ihr möglichst lange etwas von den Musterungen haben wollt, solltet ihr darauf achten, dass die Haut an der jeweiligen Körperstelle nicht zu doll beansprucht oder gereizt wird, da sich das Tattoo ansonsten schneller abreiben kann.

An diesen Körperstellen eignen sich Henna-Tattoos

Für Henna-Tattoos eignen sich am allerbesten Füße, Fußgelenke sowie Hände und Handgelenke. Selbstverständlich eigenen sich jedoch auch die Arme und Beine. Da die Haut jedoch an Händen und Füßen am dicksten ist, wird die braune Farbe an diesen Stellen am intensivsten und die verschiedenen Muster kommen bestmöglich zum Vorschein. An den anderen Körperstellen entsteht durch die Pflanzenfarbe demnach ein etwas helleres Ergebnis, das selbstverständlich dennoch super-schön anzusehen ist. Wer es etwas außergewöhnlicher mag, entscheidet sich für ein Henna-Tattoo am Rücken, welches bei rückenfreien Oberteilen und Kleidern besonders gut zum in Szene gesetzt wird.

Henna-Tattoo selber machen: So gelingt es

Henna-Tattoos könnt ihr euch in verschiedenen Studios auf die Haut zaubern lassen, doch es besteht auch die Möglichkeit, das Ganze selber zu machen. Für Anfänger:innen eignet sich eine Schablone (circa 10 Euro bei Amazon) und wer schon etwas fortgeschritten ist oder allgemein ein sehr gutes Fingerspitzengefühl hat, kann natürlich auch direkt Frei-Hand loslegen. Jetzt erklären wir euch erst einmal, wie ihr die Henna-Tattoos Step by Step selber machen könnt und was ihr dafür alles benötigt. 

  1. Zu allererst solltet ihr die jeweilige Körperstelle gründlich reinigen, sodass keine Rückstände von Bodylotion oder Co. auf der Haut sind und die Farbe somit bestmöglich aufgenommen werden kann.
  2. Wir empfehlen, auf eine Henna-Pasta zu setzen, die bereits in eine praktische Spritztüte abgepackt ist (circa 7 Euro bei Amazon). Selbstverständlich könnt ihr euch auch dafür entscheiden, die Paste eigens zusammen zu mischen, doch wir präferieren erstere Variante.
  3. Nun greift ihr zu der Schablone und tragt die Henna-Pasta sorgfälig aber nicht zu großzügig auf.
  4. Übermalte Farbe kann ganz einfach mit einem Wattestäbchen oder Zahnstocher wieder entfernt werden, doch dabei solltet ihr euch nicht zu viel Zeit lassen, da die Paste sehr schnell einzieht und ihre Farbkraft entfaltet.
  5. Grundlegend gilt: Je länger man die Henna-Farbe einwirken lässt, umso intensiver ist am Ende der Effekt. Wenn ihr mit dem Auftragen der Henna-Paste fertig seid, solltet ihr das neue Tattoo mit etwas Wasser und einem Wattepad abtupfen, da die Verbindung von Henna und Wasser den Effekt noch einmal sichtbar verstärkt.
  6. Bevor ihr die getrocknete Paste komplett entfernt, sollte sichergestellt sein, dass sie auch wirklich komplett getrocknet ist. Das Henna sollte wirklich mindestens zwei Stunden auf der Haut bleiben. Fertig ist das Ganze, wenn die Paste schon leicht abbröckelt. Nun kann die Kruste abgewaschen und die Körperstelle mit etwas Lotion oder Öl eingereibt werden.
  7. Wundert euch nicht: Die Farbe entfaltet erst innerhalb der nächsten Stunden ihre volle Kraft und wird noch einmal deutlich dunkler. 

Sind Henna-Tattoos gefährlich?

Henna-Tattoos haben nicht immer den besten Ruf und vielen stellt sich die Frage, ob das Ganze der Haut und Gesundheit schaden kann. Wir empfehlen, bevor ihr euch gleich eine ganze Tätowierung machen lasst, erst einmal zu testen, ob ihr die Paste überhaupt vertragt, indem ihr die Masse auf einer kleinen Stelle auf der Haut auftragt und 24 Stunden wartet. Henna ist ein Naturprodukt und kann Hautreizungen hervorrufen. Sobald Rötungen, ein brennendes Gefühl, Schwellungen oder ein starker Juckreiz auftreten, sollte man sich die Paste umgehend abwaschen. Grundsätzlich ist mit keinen starken Reaktionen zu rechnen, jedoch solltet ihr in Urlaubsorten aufpassen, da dort wird immer wieder gepantschte Henna-Farbe an Tourist:innen verkauft wird. In diesen Fällen wird häufig der Farbstoff PPD hinzugefügt, welcher sogar der Leber schaden kann. Wir halten fest: Bloß nicht zu billigen Henna-Varianten greifen!

Das gibt es außerdem zu beachten

Was es ansonsten noch zu beachten gibt? Wir klären auf!

  • Finger weg von schwarzer Henna-Farbe – dabei handelt es sich nicht um die ursprüngliche Henna-Paste. Die schwarze Farbe kann gesundheitliche Beschwerden mit sich bringen, was ihr unbedingt vermeiden solltet. 
  • Wenn ihr das Tattoo schneller als geplant loswerden wollt, solltet ihr die betroffene Stelle in Wasser einweichen und ein Peeling anwenden, um die obere Hautschicht abzuschuppen. 
  • Sonne schadet dem Henna-Tattoo nicht, ihr solltet jedoch auch die Körperstellen mit Tattoo sorgfältig mit Sonnenschutz eincremen.

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