Retinol: So effektiv ist Vitamin A für die Hautpflege

Retinol: So effektiv ist Vitamin A für die Hautpflege

In der Hautpflege kommt um diesen Wunderwirkstoff kein Weg mehr herum: Die Rede ist von Retinol – auch bekannt als Vitamin A. Denn dieses hat eine ganze Menge auf dem Kasten.

Das Thema Hautpflege beschäftigt viele von uns, schließlich sind die wenigsten von uns zu 100 Prozent mit ihrem Teint zufrieden und versuchen, mit den richtigen Produkten nachzuhelfen, um Pickel oder Fältchen loszuwerden. Ob Q10, Hyaluronsäure, Vitamin C, Peptide, Niacinamide, Kollagen oder Ceramide – oftmals kommt es gar nicht auf das Treatment an sich an, sondern vielmehr auf die darin enthaltenen Wirkstoffe. Die bisher genannten gelten im Kampf für einen strahlenden, reinen und straffen Teint als besonders effektiv. Doch ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Wirkstoff fehlt in der Auflistung: Retinol. Auch bekannt als Vitamin A hat sich dieses Antioxidans aus der Akne-Forschung zu einem richtigen Superstar in der Hautpflege gemausert. Das liegt vor allem daran, dass Retinol nicht nur ein Hautproblem mindert, sondern gleich mehrere auf einmal.✨

Was ist Retinol?

Doch was genau ist Retinol? Es handelt sich um eine Form des Vitamin A – genauer gesagt das Provitamin A. Dieses hat einen maßgeblichen Einfluss auf den Aufbau der Hautstruktur, indem es die Bildung neuer Zellen fördert. Somit kann sich der Teint schneller regenerieren und wirkt frischer und strahlender. Der Körper synthetisiert diesen Wirkstoff allerdings nicht selbst, sondern kann einzelne Bausteine nur über eine Vitamin A-reiche Nahrung aufnehmen.

In jungen Jahren funktioniert das auch einwandfrei, um die Haut optimal zu versorgen, doch mit zunehmendem Alter kann der Körper nicht mehr so schnell und in so großen Mengen Retinol aus Vitamin A bilden. Die Folge: Die Bindegewebszellen verlieren ihre herkömmliche Struktur und der Teint büßt an Flexibilität, Spannkraft und Feuchtigkeit ein – der perfekte Nährboden für die Entstehung von Falten. Umso wichtiger ist es also, Vitamin A nicht nur über Lebensmittel wie Milchprodukte, Leber oder Fisch aufzunehmen, sondern dem Teint noch eine Extraportion über Seren, Cremes und Co. zuzuführen. Schließlich profitiert euer Hautbild in vielerlei Hinsicht von der regelmäßigen Anwendung.

Retinol: Vom Akne-Wirkstoff zum Anti-Aging-Wunder

Retinol ist ein absoluter Wunderwirkstoff der Hautpflege, der allerdings nicht von Anfang an auch als Anti-Aging-Waffe erkannt wurde. Dermatologen und Dermatologinnen nutzten die Vitamin A-Säure bereits in den 1980ern vor allem, um Akne zu reduzieren. Erst über 20 Jahre später – in den 2000er – stand dann schwarz auf weiß fest, dass Retinol auch in Sachen Anti-Aging eine Menge auf dem Kasten hat. Forscher:innen in circa 2.000 verschiedenen Studien konnten nämlich belegen, dass der Wirkstoff Spuren der Hautalterung, zu der Falten oder auch Pigmentflecken zählen, mindern sowie die Bildung neuer vorbeugen kann.

Das liegt vor allem daran, dass das Vitamin-A-Derivat die Arbeit von sogenannten Abbau-Enzymen hemmt und mithilfe der darin enthaltenen Antioxidantien freie Radikale bekämpft sowie die Kollagensynthese aktiviert. So wird das Bindegewebe optimal gestärkt, sodass der Teint praller und frischer erscheint. Und hier findet ihr nun noch einmal sämtliche Auswirkungen von Retinol auf unsere Haut im Überblick:

  1. Pickel und Akne werden gemindert
  2. Pigmentflecken werden reduziert
  3. Falten werden geglättet und die Entstehung neuer vorgebeugt
  4. Poren werden verfeinert
  5. Das Hautbild wirkt frischer

Hat Retinol Nebenwirkungen?

Trotz seiner zahlreichen Vorteile kann die Anwendung von Retinol allerdings auch zu Nebenwirkungen führen. Nutzt ihr den Wirkstoff die ersten Male, kann es zu leichten Lichtempfindlichkeiten, Reizungen, Rötungen und Trockenheit des Teints kommen. Bis sich die Haut an die Vitamin A-Säure gewöhnt hat, braucht es eben etwas Zeit. Doch auch zu hohe Dosierungen des Antioxidans in der Pflege sowie die tägliche Anwendung können schuld an diesen Nebenwirkungen sein.

Es gibt jedoch Menschen, die lieber komplett auf den Wirkstoff verzichten sollten und zu Alternativen greifen sollten: Für Personen, die mit Rosazea oder Ekzemen zu kämpfen haben und deren Haut besonders empfindlich sind, werden keine Freude an Retinol haben. Genauso wenig sollten Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit zu Produkten mit dieser Form des Vitamin As greifen. 

©Foto von KoolShooters von Pexels

Wie wendet man Retinol an?

Um genau solche Nebenwirkungen zu vermeiden und wirklich nur von den Vorteilen von Retinol zu profitieren, ist die richtige Anwendung das A und O. Ganz nach dem Motto "weniger ist mehr", solltet ihr sowohl bei der Anwendung als auch bei der Dosierung auf ein Minimum setzen.

  1. Es reicht völlig aus, wenn ihr den hochwirksamen Anti-Aging-Stoff zwei bis dreimal in der Woche abends auf euer Gesicht auftragt – am besten in Form eines Serums, welches die Haut optimal aufnehmen kann und so die Kollagensynthese richtig ankurbelt.
  2. Je mehr Retinol enthalten, desto besser? Von wegen! Fangt erst einmal mit geringen Konzentrationen (0,3 Prozent reines Retinol) an und steigert euch dann langsam bis 0,5 Prozent. Produkte mit bis zu 1 Prozent findet ihr ebenfalls noch, allerdings solltet ihr damit besonders vorsichtig umgehen. Unser Tipp: das Retinol Serum von Daytox mit 0,3 Prozent purem Retinol, welches ihr über den GRAZIA Shop für ca. 20 Euro shoppen könnt.
  3. Eine kleine Erbsengröße des Antioxidans, die ihr dann in kreisenden Bewegungen in die Haut einmassiert, genügt, um die Hautstruktur langfristig zu stärken.

Retinol: Lichtschutzfaktor ist das A und O

Ein weiterer Hinweis in Bezug auf die Anwendung von Retinol hat einen eigenen Punkt verdient, so wichtig wie dieser ist. Da der Wirkstoff die Haut lichtempfindlich macht, ist die parallele Nutzung eines Lichtschutzfaktors in der morgendlichen Hautpflege-Routine ein absolutes Muss (sollte es so oder so sein!). Sonst können die UV-Strahlen, denen unsere Haut auch an bewölkten Tagen oder in Innenräumen ausgesetzt ist, dem Teint noch mehr schaden als sonst. Rötungen, Bläschenbildungen und auf Dauer auch ein schneller alternder Teint, da sich so in den Zellen der ungeschützten Haut einfacher freie Radikale bilden, welche nicht unerheblich zu der Hautalterung beitragen, sind die Folge. Daher sind eine Tagespflege mit Lichtschutzfaktor oder eine separate Sonnencreme die wichtigsten Partner sämtlicher Retinol-Produkte.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung von Retinol zu sehen sind?

Wer hofft, dass sich die Anwendung von Retinol bereits am nächsten Tag bemerkbar macht, den müssen wir leider enttäuschen. Beim Einsatz dieses Wirkstoffes kann es sogar vorerst zu Erstverschlimmerungen kommen, bis sich die Haut an das Vitamin A gewöhnt hat. Und das kann ein wenig dauern, da Retinol-Treatments vor allem in den tieferen Hautschichten wirken. Je nach Hauttyp und Anwendung werdet ihr erste Hauterfolge ab 8 bis 12 Wochen erkennen.

Mit diesen Wirkstoffen könnt ihr Retinol kombinieren

Wie ihr bereits gemerkt haben dürftet, braucht es bei der Verwendung von Retinol in der Hautpflege etwas Fingerspitzengefühl, damit Seren und Cremes mit dem Wirkstoff auch optimal wirken können. Kombiniert ihr sie beispielsweise während einer einzelnen Beauty-Routine mit herkömmlichen oder auch chemischen Peelings mit Salicyl- oder Glykolsäure wird eure Haut doppelt gereizt und ihre Barriere aus dem Gleichgewicht gebracht. Wechselt euch bei der Benutzung dieser Produkte also lieber von Tag zu Tag ab. Bessere Partner sind dagegen Vitamin C oder E, Q10, Hyaluronsäure und Ceramide, um die Wirkung von Retinol noch einmal zu optimieren. 

Ab wann sollte man Retinol verwenden?

Da Retinol auch die Bildung von Fältchen vorbeugen kann, lohnt sich dessen Einsatz bereits in den 20ern – schließlich beginnt die Haut ab dem 25. Lebensjahr zu altern und verliert ihre Spannkraft. Dann reichen allerdings oftmals geringe Konzentrationen des Wirkstoffes, der oftmals auch als Retinyl Palmitate – eine Kombination aus Retinol und einer Fettsäure (Palmitinsäure) – in Produkten zu finden ist, da es stabiler gegenüber Licht- und Sauerstoffeinfluss reagiert. Mit zunehmendem Alter kann die Dosierung schließlich gesteigert werden, um bestehende Falten sowie Pigmentflecken effektiv mindern zu können. 

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