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Offene Beziehung: Mit diesen 5 Regeln kann Polyamorie funktionieren

Von Marvena.Ratsch am Mittwoch, 8. September 2021 um 14:20 Uhr

Paare, die sich nicht nur alleine auf ihren Partner fokussieren wollen, sondern in sexueller Hinsicht auch Spaß mit anderen Menschen haben wollen, leben in einer offenen Beziehung. Klingt nach einer schwierigen Angelegenheit, doch wir haben Regeln für euch, wie es trotzdem funktionieren kann.

Die Liebe gibt es in ganz unterschiedlichen Variationen und das ist auch gut so. Zwar entspricht eine monogame Beziehung zwischen Mann und Frau nach wie vor dem klassischen Bild, doch auch Partnerschaften mit gleichgeschlechtlichen Personen oder aber Formen der Polyamorie sollten weder verurteilt noch als unnormal abgestempelt werden. Besonders Letzteres, was allgemein als offene Beziehung bekannt ist, erfreut sich immer größerer Beliebtheit, da es den Partnern sowohl die Sicherheit einer Beziehung vermittels als auch den (sexuellen) Spaß des Singledaseins mit sich bringt. Klingt nach einer Win-win-Situation, die allerdings auch einige Tücken bereithält. Umso wichtiger ist es, die folgenden fünf Regeln zu beherzigen, damit es mit dieser offenen Form der Liebe auch funktioniert – ohne das Gefühle verletzt werden. 

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Was ist Polyamorie?

Monogamie, Polygamie, Polyamorie – unabhängig des Geschlechts der Partner, lassen sich die Formen der Liebe in diese drei Beziehungstypen kategorisieren. Während die Monogamie die klassische Partnerschaft zwischen zwei Menschen beschreibt, die sich (zumindest so lange sie zusammen sind) treu bleiben, sind sowohl in der Polygamie als auch in der Polyamorie mehrere Parteien involviert. Dabei bezeichnet Ersteres mehrere Beziehungen oder Ehen, die parallel nebeneinander herlaufen, während man bei der Polyamorie (offene Beziehung) mit einem bestimmten Partner fest und emotional liiert ist, allerdings auf sexueller Ebene noch mit anderen Menschen zusammenkommt – und das in dem Wissen des Freundes oder der Freundin. Natürlich gibt es dann noch verschiedene Abstufung dieser Form, die von Paar zu Paar variieren können.

Gründe für eine polyamore Beziehung

So wie jeder Mensch seine Gründe hat, warum genau diese eine Jeans die Lieblingsjeans ist oder warum jenes Gericht das liebste ist, gibt es natürlich auch in Sachen Liebe viele Gründe, die letztendlich dazu führen, dass jemand in einer offenen Partnerschaft leben will. Laut einer Umfrage des Onlinedating-Portals Parship sind es die folgenden:

  1. Man ist in mehrere Personen gleichzeitig verliebt (28 Prozent)
  2. Bedürfnisse/Erwartungen einer Person können von mehreren erfüllt werden, sodass der Einzelne entlastet wird (25 Prozent)
  3. Eine solche Beziehung bietet sexuelle Vielfalt (23 Prozent)
  4. Man hat mehr persönliche Freiheiten (10 Prozent)
  5. Risiko eines Seitensprunges ist niedriger (2 Prozent)


©iStock/nd3000

Wann macht eine offene Beziehung Sinn?

Der Schritt in eine offene Beziehung ist ein großer und natürlich ist dieses Liebeskonzept nicht für jeden etwas. Kann man seinen Partner nicht loslassen und neigt man zur Eifersucht, ist es weniger sinnvoll, wenn der oder die Liebste auch noch mit anderen Menschen Sex hat. Gehören jedoch beide Personen der Partnerschaft eher zu den freiheitsliebenden Menschen, die regelmäßige Abenteuer brauchen – vor allem in sexueller Hinsicht –, dann kann eine polyamore Beziehung durchaus eine sinnige Alternative zu dem klassischen Konzept der Monogamie sein und sogar dazu beitragen, dass das Paar auf diese Art glücklicher zusammen ist. Sinn macht es ebenfalls, wenn zwei Menschen auf emotionaler Ebene voll und ganz auf einer Wellenlänge schweben, einer von ihnen jedoch ganz spezielle sexuelle Vorlieben à la BDSM hat, mit denen der andere nicht umgehen kann. In einer offenen Beziehung bekommt dieser so die Chance, diese auszuleben, ohne direkt untreu sein zu müssen.  

Kann eine offene Beziehung überhaupt funktionieren?

Eine feste Partnerschaft führen, aber trotzdem immer wieder Abwechslung haben – eine offene Beziehung klingt für viele nach einem optimalen Kompromiss, der einen nichts vermissen lässt. Allerdings kann es in der Realität dann doch zu einigen Komplikationen kommen. Fehlende Kommunikation oder eine Veränderung der Bedürfnisse können dazu führen, dass diese Form der Liebe schnell mal zu Schwierigkeiten führt. Umso wichtiger ist, dass ihr ganz bestimmte Regeln beherzigt, damit das Konzept Polyamorie auch wirklich funktionieren kann und beide Partner dauerhaft glücklich sind.

1. Setzt Grenzen

Das Wichtigste, damit eine offene Beziehung auch dauerhaft rund laufen kann und es nicht zu Missverständnissen kommt, ist ein kleines Regelwerk. Klingt zwar unsexy, kann euch aber vor einigen schmerzhaften Momenten bewahren. Zieht ihr im Voraus nämlich gewisse Grenzen, mit denen jeder von euch einverstanden ist, kann es während dieser sehr lockeren Form der Partnerschaft nicht so schnell zu Komplikationen kommen. Schließlich gibt es auch in offenen Beziehungen das Thema Treue und gewisse Dinge werden eben als Fremdgehen empfunden. Natürlich nicht im klassischen Sinne, wie es monogame Menschen kennen, doch je nach Paar werden Verhaltensmuster wie regelmäßiger Sex mit einer anderen Person, welcher gewissermaßen zu einer Bindung führt oder heimlicher Sex als ein Vertrauensbruch verstanden. Stellt ihr zu Beginn eures polyamoren Verhältnisses die Gos und Nos auf, dann habt ihr klare Verhältnisse geschaffen, dank denen Missverständnisse ausgeschlossen werden können.

2. Offene Kommunikation

In einer monogamen Beziehung ist Reden bereits das A und O, in einer offenen Partnerschaft sollte eine ehrliche Kommunikation einen ganz besonders hohen Stellenwert haben. Das lockere Liebeskonzept kann schließlich nur für beide Partner funktionieren, wenn jeder von ihnen ehrlich über seine Bedürfnisse spricht. Der Gegenüber kann schließlich nicht immer hinter die Fassade blicken und wenn ihr ein Problem mit Dingen wie beispielsweise zu häufige außerhäusliche sexuelle Abenteuer eures Partners habt, solltet ihr dieses unbedingt auf den Tisch bringen. Denn trotz aller Offenheit geht es auch in einer polyamoren Beziehung vor allem um das Paar.


©iStock/Goran13

3. Der Partner bleibt die wichtigste Person

Obwohl man sich neben der eigentlichen Partnerschaft noch mit anderen Menschen vergnügen kann, sollte auch in einer offenen Beziehung der eigentliche Partner die wichtigste Person bleiben. Wenn es dem Menschen schlecht geht und eigentlich ein Date mit einer fremden Person für ein paar spaßige Stunden zwischen den Laken ansteht, sollte dieses selbstverständlicherweise verschoben werden. Schließlich sind die sexuellen Abenteuer in einer polyamoren Partnerschaft nur das i-Tüpfelchen – die emotionale Bindung zwischen dem Paar und demnach auch die Bedürfnisse der jeweiligen Personen sollten immer das Wichtigste bleiben. 

4. Nicht zu viele Details preisgeben

Wollt ihr hören, was euer Partner mit einer fremden Frau zwischen den Laken alles so getrieben hat? Inklusive sämtlicher intimer Details? Mhh, klingt nicht gerade verlockend. Solltet ihr es in euren Regeln auch nicht anders bestimmt haben, ist es ratsam, nicht näher auf sexuelle Einzelheiten einzugehen. Wie heißt es so schön "Was in Vegas passiert, bleibt auch in Vegas!", und so solltet ihr es auch in der Polyamorie handhaben. So kann vor allem das Risiko von Eifersüchteleien so gering wie möglich gehalten werden. 

5. Den eigenen Sex nicht vernachlässigen

Natürlich kann man sich in einer offenen Beziehung nach Lust und Laune austoben und sich von einem Sex-Abenteuer ins nächste stürzen. Dabei sollte das Liebesleben mit dem eigentlichen Partner allerdings nicht in Vergessenheit geraten – es sei denn, es ist anders abgesprochen. Schließlich gehört zu einer gut funktionierenden Beziehung nicht nur die emotionale Ebene, sondern auch die sexuelle, auf der man sich noch einmal ganz anders kennenlernt. Unser Tipp: Setzt bei den Grenzen eine Anzahl unverbindlichen Sex-Dates im Monat fest, die nicht zu hoch ist. So erhält man die Lust auf ein heißes Schäferstündchen mit dem Liebsten aufrecht.

Die 5 größten Tücken einer offenen Beziehung

Damit eine polyamore Partnerschaft funktioniert, sind gewisse Richtlinien das A und O, jedoch sollte sich das Paar auch immer wieder die Schwierigkeiten eines solchen Verhältnisses vor Augen führen. Daher haben wir die fünf größten Tücken einer offenen Beziehung noch einmal übersichtlich zusammengetragen:

  1. Eifersucht kann bei fehlenden Grenzen schneller entstehen
  2. Gefühle von einem der Partner können sich gegenüber eines Sex-Kontakts entwickeln
  3. Es kann schneller zu Missverständnissen in Sachen Treue kommen
  4. Verlustängste können durch Unsicherheiten entstehen
  5. Die Bedürfnisse eines Partners verändern sich dahingehend, dass er oder sie zukünftig monogam leben will


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